Bildung an der Schnittstelle Analog und Digital

Öffentliche Bildung: Ein Verzeichnis für die Produkte des Lernens

I'm organzied
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CC by stopnlook (flickr)

Was passiert mit den vielen gedachten und niedergeschriebenen Gedanken, die während eines Bildungsprozesses entstehen? Was wird aus den vielen Projekten, die Studierende während der Uni- oder Schulzeit produzieren? Sicherlich ist nicht alles veröffentlichungswürdig und in vielen Projekten war eher der Weg als das Produkt das Ziel.

Was würde aus den Projekten, wenn sie nicht als Simulation für das echte Leben angelegt wären, sondern ein Problem aus dem Alltag wirklich lösen sollten? Sicher, das passiert hin und wieder, aber es ist häufig nicht im Bildungsprozess angelegt.

In Anlehnung an die bisherigen Überlegungen zu Educaching und Embedded Media wird klar, das die Nutzung der digitalen Werkzeuge, die uns das Internet bereitstellt in der Bildung anwendungsbezogene Lernszenarien ermöglicht. Warum sollte nicht auch die Gesellschaft von einem Lernprozess profitieren können? In der universitären Ausbildung würde der künstliche Raum für ein Praktikum, in dem zeitlich begrenzt Erfahrungen im echten Leben gesammelt werden um diese realen Problemstellungen erweitert. Gemeinsame Projekte mit Kindergärten, Schulen, Seniorenheimen, Jugendeinrichtungen, Beratungsstellen könnten die Ausbildung der Pädagog_innen konkretisieren.

Auf dem Politcamp11 unterhielt ich mich nach meiner Session, in der ich diese Überlegungen zur Diskussion stellte, mit einem begeisterten Wikipedianer. Er erzählte, dass ihn die nutzlose Produktion von Wissen in die Wikipedia getrieben hätte. Hier könne er sein erworbenes Wissen einbringen und damit der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen. Eine ehrenhafte Motivation, aber das meiste im Studium oder auch in der Schule erworbene Wissen eignet sich nicht für einen Artikel, weil es ihn schon gibt, oder weil er in den Augen der Admins zu irrelevant ist. Warum muss Wissen über eine Klausur abgefragt werden? Warum kann Wissen nicht auch in Form einer Projektarbeit nachwiesen werden, die womöglich noch einen Benefit für die Gesellschaft oder das unmittelbare Leben ermöglicht. Solche Projekte würden das Gefühl für eine gemeinsame Verantwortung für einander stärken und in den Lernprozess integriert für die Nöte anderer Menschen sensibilisieren.

Während meines Lehrauftrags an der Uni Duisburg-Essen wurde mir klar, dass die erstellten Projekte keineswegs nur dem Scheinerwerb dienen sollten. Die Studierenden sollten sie als Beleg von erworbenen Kompetenzen referenzieren können. In dem gemeinsamen Blog geht es ja eher um den Lernprozess selber, als um die entstandene Produkt. Ich wünsche mir eine Datenbank oder vielleicht erstmal eine Link-Sammlung von Projekten, die aus Bildungzusammenhängen hervorgegangen sind. Michael Kerres hatte mir ein Archiv von Medienprojekten, die aus den Masterstudierenden hervor gegangen sind ans Herz gelegt. Es wird jetzt geprüft, wie die Projekte der Bachelor-Studierenden präsentiert werden können.

Es wäre sogar denkbar an dem ein oder anderen Projekt im nächsten Semester/Schuljahr mit den nachfolgenden Gruppen weiterzuarbeiten. Die Lernenden müßten sich mit dem Entstehungsprozess auseinandersetzen, mit dem Handwerk der Anderen beschäftigen. Die archivierten Projekte könnten aber ebenso von ganz anderen Nutzenden geremixt werden.

Falls jemand der bis hierhin Lesenden von solchen Projekten gehört hat, würde ich mich über einen entsprechenden Verweis in den Kommentaren freuen. Wer Interesse hat eine größere Datenbank solcher Projekte aufzubauen oder auch nur in einer Sammlung zusammenzustellen sollte sich auch in den Kommentaren melden.

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Worum gehts hier?

@gibro schreibt über den (bisher) schmalen Pfad an dem sich die analoge und die digitale Welt treffen. Welche Möglichkeiten sich daraus für die Bildungspraxis ergeben ist Inhalt dieses Blogs.

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