Bildung an der Schnittstelle Analog und Digital

“Erinnern wir uns an das Vergessen!”

Alles was bewußt ins Netz gestellt wird, wird nicht mehr vergessen. Bei Mad.de, dem Internetauftritt einer Großdisko werden die Gewohnheiten der Besucher online gestellt, über Jahre. Dort steht, wann man was zu welcher Zeit getrunken hat. Auch bei Google wird für die Ewigkeit gespeichert, so lassen sich gesellschaftliche Trends ablesen, das geht, weil sie jedes Suchergebis speichern, einschließlich seiner Suchwörter.

Google weiß mehr über dich, als das du dich über dich selbst erinnern kannst. Erinnern ist schwer, vor allem für den Menschen. Erinnern ist kostspielig und aufwendig. Vergessen ist die Regel, das ist auch biologisch so vorgesehen. Gesellschaftlich hat das zu einer Entwertung der Erinnung geführt. Durch die Digitalisierung ist aus biologischen Vergessen ewiges Erinnern geworden.

Erinnern wird durch die Digitalisierung zum Kinderspiel. Automatische Volltextindizierung macht das Wiederfinden von Informationen unverhältnismäßig leichter als früher.Kognitiv mußten wir uns nicht darauf vorbereiten, die Datenspeicher des Gehirns auszubauen. Das macht die Abwähung der Wichtigkeit von Informationen in der zeitlichen Bedeutsamkeit schwierig.

Wenn der Staat Datenschutz nicht mehr will, werden seine Bürger sehr verwundbar. Als Holland zum Wohlfahrtsstaat umgebaut wurde, wurde auch die Religion eines jeden Bürger abgespeichert, als dann die Nazi in Holland einmarschierten, war es ein leichtes, ausschließlich auf die Juden zuzugreifen. Eine scheinbar unwichtige Information wurde so lebensgefährlich. Löschungsnormen haben aber nach heutigen gesellschaftlichen Vorlieben keine Chance. Lieber alles speichern, man weiß ja nicht, wofür man es noch einmal braucht.

Vorschlag: Verfallsdatum für Informationen definieren. Beispiel Suchanfragen bei Google mit einem Verfallsdatum versehen. So werden die Daten gelöscht, wenn ich es will, sie bleiben aber solange erhalten, wie ich sie brauche. Anderes Beispiel: Das Digitalfoto. Wenn ich aufgenommen werde, habe ich eine Mitspracherecht an dem Bild, auf dem ich zu sehen bin. Man auch solche Bilder mit ienem Verfallsdatum versehen.

Grundsätzlich geht es um die Möglichkeit einer Wahl. Ausserdem sollte eine Information grundsätzlich mit einer zeitlichen Komponente versehen werden. Erinnern ist die Grundeinstellung, vergessen gerät in Vergessenheit. “Erinnern wir uns an das Vergessen!”

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@gibro schreibt über den (bisher) schmalen Pfad an dem sich die analoge und die digitale Welt treffen. Welche Möglichkeiten sich daraus für die Bildungspraxis ergeben ist Inhalt dieses Blogs.

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