Am 11.11. fand eine Fortbildung im Kölner Kaiserin-Augusta Gymnasium zum Thema „Web 2.0 im Unterricht“ statt. Nach den ersten Gespräch mit der Steuerungsgruppe war klar, dass die Konzeption einer solchen Fortbildung fundamental auf der Praxis fußen muß. Damit war wiederum klar, dass sich dadurch die Breite der vorstellbaren Medien arg verengen mußte. Sonst, so die einhellige Meinung des Teams wird es an Feuerwerk an Web 2.0 Diensten, die aber nicht mehr an ihrer Unterrichtstauglichkeit gemessen werden.Das 80 köpfige Lehrerkollegium wurde auf 5 Gruppen  verteilt. Dabei wurde nach Fächern geclustert, so wurde sichergestellt, dass die KollegInnen in einen Workshop kommen, die ein inhaltliches vernetzungsinteresse haben, darüber hinaus, konnten die entsprechenden Anwendungen gezielt für den Einsatz im Unterricht ausgewählt werden.

Die Idee war eine Task-Force über Twitter zu organisieren, die sich in das Projekt einbringen konnten. Nach vielen Absagen und ebensovielen Zusagen wackelte das Team auf den Termin zu. Nachdem die Grippe weitere Referenten dahinraffte mußte zwischen 6:30 Uhr und 8:30 Uhr am Tag selber noch einmal an den Gruppenzusammenstellungen gefeilt werden. Die Schule war ungewöhnlich gut vorbereitet. Es gab für jeden Kollegen einen Rechner um die praktische Arbeit zu ermöglichen. Technisch lief alles ohne größere Zusammenbrüche.

Der Ablauf in meinem Workshop (Fächer: Naturwissenschaften + Mathematik) war folgender:

  1. 1. TEIL: Das Medium Wikis machend kennenlernen
  2. Wiki als ein Medium präsentieren, das mehr als nur eine Enzyklopädie ist
  3. Im eigenen Wiki anmelden
  4. Vorstellungsrunde mit Hilfe des Wikis
  5. Erkundung und anschließende Erklärung der Spezialseiten
  6. 2. TEIL: Was können Wikis im Unterricht jenseits der Recherche leisten?
  7. Brainstroming zu Einsatzmöglichkeiten, Chancen, Schwierigkeiten von Wikis im Unterricht (Diese Phase gestaltete sich im Nachhinein betrachtet als recht schwierig, da es kaum eine Vorstellung gab, wie Wikis in den Unterricht integrierbar sind, zu schlecht waren die Erfahrungen mit dem Einsatz von Medien aus den letzten Jahren, dennoch gab es auch ein recht konkretes Projekt)
  8. Webkonferenz mit dem Regiomontanus Gymnasium in Haßfurt (organisiert und ermöglicht hat das Christian Spannagel, Andrea Schellmann und Maria Eirich haben ihre Lernpfade und ihre Übungen für den Mathematikunterricht im ZUM Wiki vorgestellt. Hier haben LehrerInnen zu LehrerInnen sprechen können. So ein Austausch auf Augenhöhe war im Hachhinein betrachtet recht wichtig für die Akzeptanz des Mediums)
  9. Praktische Tips für die Praxis Methode zum Einsatz von Wikis in der (politischen) Erwachsenenbildung (1983 Downloads)
  10. Konkrete weitere Schritte (Hier wurde dann doch noch Tacheles geredet: Von ich habe keine Zeit, so ein Medium zu warten bis ich werde auf jden Fall an der Integration des Medium weiterarbeiten war alles dabei. Dennoch war die Euphorie verhalten. Ich hatte den Lehrern angeboten, 1-2 Projekte auch gerne weiterzubegleiten, wenn es sein muß auch vor Ort im Unterricht. Gerade erreicht mich die Evaluation und die ersten Überlegungen der Steuerungsgruppe nach dem Workshop…)

Wir von der Steuergruppe wollen gerne drei Ideen verfolgen:
1. Weiterführung der begonnen Ideen in fertige Unterrichtsbeispiele und Austausch des Wissens
2. Integration der Methoden (Wikis, Bolg, Podcast) als verbindlichenTeil unseres Methoden curriculums
3. Überarbeitung unseres Medienkonzept und Integration der neuen Methoden

Ich denke, diese Schule muß man auf ihrem Weg unterstützen, sie dürfen keinesfalls das Gefühl bekommen allein gelassen zu werden, häufig fehlen nur die nötigen Impulse. In der Abschlussbesprechung wurde mir auch klar, dass die LehrerInnen sich sofort mit der Änderung ihres gesamten Unterrichts konfrontiert sehen. Das ist natürlich Irrsinn. Es geht nur Step-by-step. Dabei fängt man mit kleinen sehr überschaubaren und kontrollierbaren Miniprojekten an. Dabei kann das Wiki jedoch eine Art Meta-Medium sein, das die einzelnen Experimente vereint und dokumentiert.

Es ist jedoch wichtig, LehrerInnen davon zu überzeugen, dass Kollaboration und nicht Einzelleistungen das Skill der Zukunft ist. Schaut man sich die Klassen- und vor allem die PC-Räume dahingehend an, stellt man fest, dass die digitalen Medien eben noch nicht als Trainingsmedien für kollaborative Fertigkeiten verstanden werden. Die Arbeitplätze gleichen eher einem Hamsterstall. Alle Rechner auf den Tischen, damit sie nicht von den SchülerInnen „zertreten“ werden

Weitere Mitstreiter, die über das Projekt gebloggt haben:

Melanie

Christian

Thomas

Lisarosa