Bildung an der Schnittstelle Analog und Digital

Mauergeschichte: Sprung in die Freiheit

By Jotquadrat (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Vor einigen Jahren habe ich 4 Mauergeschichten konzipiert. Die einzige, die damals umgesetzt werden konnte war Tod an der Mauer. Aber weitere 3 harren auf den Moment ihrer Entdeckung. Neben den hier zu findenden Stationen gibt es noch Material, das nicht weiter verfolgt wurde und sicherlich überarbeitet werden müsste, aber einen guten Ausgangspunkt liefert, eine Tour durch das geteilte Berlin zu erstellen. Auch wenn das Konzept damals ganz stark von einer App ausging, kann man es natürlich auch als klassische Schnitzeljagd oder QR-Code Rallye gestalten.

Schuhmann ist mit Sicherheit der bekannteste Flüchtling, nicht wegen seiner spektakulären Flucht, sondern weil das Bild des über den Stacheldraht springenden Soldaten Teil unseres kollektiven Gedächtnisses geworden ist und jeder dieses Bild schon einmal gesehen hat. Der Cache erzählt die Geschichte hinter dem Bild über Schuhmann selbst.

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Der Educache (Text) auf dieser Seite steht unter der CC BY 4.0 DE Lizenz. Der Name des Autors soll wie folgt genannt werden: Guido Brombach für dotcomblog.de. Urheberrechtliche Angaben zu Bildern / Grafiken finden sich direkt bei den Abbildungen.

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Schuhmann-Statue

Skulptur an der Bernauer Str. CC BY-SA 3.0 by Jotquadrat (wikipedia)

Lernziel: Vorstellung des Themas Mauerbau und Thema “frühe” Mauerflucht – Geschichte mit Problemen des Maueralltags, Bezugnehmend auf den bekanntesten Mauerflüchtling Conrad Schuhmann

Inhalt: Conrad Schuhmann, Junger Schäfer, der Anfang der 1960er Jahre in der Bereitschaft der Vo-Po eintritt. Später bewirbt er sich für die Bewachung des Grenzstreifens und bezieht seine Stellung an der Bernauerstr. .2 Junge NVA Soldaten leben in der Bernauerstr. und werden 1961 zur Grenzkontrolle abberufen, da sie sich in der Straße und Umgebeung gut auskennen, werden sie zum Grenzabschnitt Bernauerstr. geschickt. Beide sind sehr stolz darauf Ihr Land zu schützen und freuen sich auf Ihre neue Aufgabe.Auch in der Nachbarschaft sind sie angesehen. Als das Haus des einen Grenzsoldaten zum Mauerhaus erklärt wird, denkt er darüber nach, dass etwas passiert, das er für nicht richtig hält. Und spricht mit Freunden in der Straße.

Koordinaten: 52.541285, 13.404558, Beginn des Mauerparks

Text für die App: Einführung: Conrad Schuhmann, gerlernter Schäfer, beginnt Anfang der 1960er, im Alter von 19 Jahren, seinen Dienst bei der Bereitschaftspolizei in Dresden und meldet sich später freiwillig für den Dienst in Berlin. Nach dem Entschluss der Regierung, die Grenzen zu schliessen, bezieht Schuhmann seinen Posten als Grenzsoldat an der Bernauerstr.; Bernauerstr. als besonderer Ort, da die Häuser selbst als Mauer eingesetzt werden

Fragen an den Historiker: – Wo hat Schuhmann in dieser Zeit gewohnt? – Hat er die Bernauerstr. oft besucht? Kannte er die Probleme der Anwohner? (“Mauerhäuser”)

Material: Bildmaterial von RIAS, Bernauerstr. vor und ab 1961: http://www.chronik-der-mauer.de/material/175251/august

Lernziel: Abgehen der Wege die Schuhmann täglich passiert hat, “sich einfühlen” in einen Grenzsoldaten und Bewohner des Grenzgebiets

Inhalt: 13.8.1961: Der Große Tag für die Grenzsoldaten kommt. Bei vielen ist die Euphorie zu spüren sich gegen den Rest der Welt zu schützen, unser Schuhmann jedoch zweifelt an diesem Vorhaben. West und Ost Medien berichten von der Pressekonferenz mit Walter Ulbricht. Westdeutsche erliegen einem Ohnmachtsgefühl, Ostdeutsche feiern Ihre Unabhängigkeit gegenüber den westlichen Besatzungsmächten.

Koordinaten: 52,54615, 13,4051

Material: Walter Ulbricht: “Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten.” Video oder Audiobeitrag: https://www.youtube.com/watch?v=rWldbVuDGeY

Text für die App: Weg über Bernauerstr. / Foto an der Hauswand: Am 15.8.1961 leistet er seinen Dienst am Grenzübergang Bernauerstr./ Ruppinerstr. Er scheint nervös und prüft mit seinen Stiefeln den Stacheldraht an der Grenze. Er scheint mit dem Gedanken an seine Flucht zu spielen. Aufgabe: Fotografiere das Foto von Schuhmanns Sprung an der Hauswand

Lernziel: TN soll die Problematik nachempfinden können, dass die Situation ausweglos ist und die Mauer nicht mehr verhindert werden kann.

Inhalt: Ein Tag später, am 14.8. spricht Conrad Schuhman mit Freunden und Nachbarn, auch auf der westlichen Seite der Mauer, bis ein Kollege Ihn ermahnt dass er nicht mit diesen sprechen darf.

Koordinaten: 52,539039940794, 13,3989858627319

Text für die App: Ruppinerstr. / Bernauerstr. An dieser Stelle springt Conrad Schuhmann ca gegen 15:00 Uhr über den Stacheldraht in den Westen und wirft seine Maschinenpistole weg. Er flüchtet in einen Dienstwagen der West Polizei und fährt mit den Beamten fort. Aufgabe: 1) Stellt das Foto von Schuhmanns Sprung, einer nach dem anderen, nach; 2) Diskutiert über mögliche Motive der Flucht

Material: Audiobeitrag zur Flucht: http://www.chronik-der-mauer.de/material/175138/august

Lernziel: Beziehungen und Entscheidungen – TN soll erfahren wie “zerbrechlich” Freundschaften/ Beziehungen zu Vertrauten Personen seien können, die Entscheidungen die man fällt haben immer Konsequenzen, in welche Richtung muss man selbst entscheiden und auch mit der falschen Entscheidung leben

Text für die App: Weg zurück zum Gedenkstättenpark, Bernauerstr.: Nach seinem Sprung in die Freiheit, hatte Schuhmann einen anderen Blick auf die junge DDR. Er lebte nach seiner Flucht in Bayern, wo er sich jedoch 1998, aus Angst vor repressalien ehemaliger Stasi Mitarbeiter, selbst richtete. Aufgabe: 1) Entscheide dich für eine Koordinate und fotografiere deinen Blick: a – Ostteil: Blick auf die Mauer des Todesstreifens; b – Westteil: Blick vom Turm der Gedenkstätte auf den Todesstreifen

Koordinaten: 52.53523, 13.38942

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@gibro schreibt über den (bisher) schmalen Pfad an dem sich die analoge und die digitale Welt treffen. Welche Möglichkeiten sich daraus für die Bildungspraxis ergeben ist Inhalt dieses Blogs.

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