Bildung an der Schnittstelle Analog und Digital

Open Education

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CC by-sa by opensourceway (flickr)

Der Begriff Open Education ist nicht neu. Schon vor Jahren haben sich namhafte Pädagogen und andere dem freien Wissen aufgeschlossene Aktivisten zusammen geschlossen um die Open Education Declaration zu formulieren und damit zu einem weltumspannenden Projekt aufzurufen, in dem jeder/e seine Unterrichtsmaterialien offen zur Verfügung stellt. Diese Erklärung ist nicht zu verwechseln mit der Open Access Bewegung, die sich für den freien Zugang zu Forschungsergebnissen einsetzt. Wie komme ich darauf?

Letzte Woche habe ich im Rahmen des Hattinger Mediensommers eine Seminareinheit zur Netzsperren-Kampagne vorbereitet. Die TN sollten selbst anhand eines Zeitstrahls die Kampagne nachvollziehen. Ich hatte dazu getwittert und damit meine Seminarmaterialie veröffentlicht. @netzpolitik hat dazu gebloggt und den Zeitstrahl erst richtig bekannt gemacht.

Das war nur möglich, da der Bereich Computer und Medien des DGB Bildungswerks seine Seminare komplett im Netz dokumentiert. Diese kleine Aufmerksamkeit bracht uns an 2 Tagen insgesamt 1300 Visits ein. Für ein Seminarblog sicherlich recht ungewöhnlich. Für mich war das ein Anstoss darüber nachzudenken, welchen Mehrwert das Veröffentlichen von Seminarmaterialien einbringt. Als gewerkschaftlicher Bildungsbetrieb sind wir sicherlich stärker in der gesellschaftlichen Pflicht Materialien, die während unserer Arbeitszeit entstehen der Gesellschaft zur freien Verfügung zu stellen. Wir sind immerhin Million von Mitgliedern verpflichtet, von deren Mitgliedsbeiträgen zumindest ein nicht unwesentlicher Teil unserer Arbeit bezahlt wird. Als Pädagog_innen sind wird aber darüber hinaus grundsätzlich einer öffentlichen Rechenschaft verpflichtet. Wie in der obenbenannte Open Education Declaration geschrieben, geht es um die Teilhabe Aller an Bildung. Wie kann das gewährleistet werden?

Was sind grundsätzlich Bedingungen für die Produktion von Seminarmaterialien? Es ist nicht nur zu unterscheiden zwischen Inhalten und Methoden, sondern auch zwischen analogen und digitalen Materialien. In allen Fällen gilt aber über die Open Education Declaration
1. Offener Zugang
2. Wiederverwertbarkeit
hinaus,
3. Dokumentation der Lerneinheit
4. Bildungsprozesse sind individuell, d.h. das dazu bereitgestellt Lernmaterial muss immer neu angepasst und weiterentwickelt werden.
5. Veröffentlichung unter gleichen Bedingungen und damit auch die Bereitstellung für die zahlreichen non-formellen Lernprozesse, die das Internet naturgemäß auslöst.

Lernmaterialien werden tagtäglich produziert und erprobt. Wir alle sollten das nicht länger hinter verschlossenen Türen tun, sondern an der größten Materialien-Mediathek der Welt arbeiten. Dabei verstehe ich die Metapher nicht als eine zentral organisierte Datenbank, sondern als ein Neztwerk. Eines der aktuellsten Beispiele hat Herr Rau geliefert, in dem er einen Überblick über Listen in Java zusammengestellt hat

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Worum gehts hier?

@gibro schreibt über den (bisher) schmalen Pfad an dem sich die analoge und die digitale Welt treffen. Welche Möglichkeiten sich daraus für die Bildungspraxis ergeben ist Inhalt dieses Blogs.

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