Bildung an der Schnittstelle Analog und Digital

Seminarspiele mit Kahoot erstellen

Das Quiz als solches ist sicherlich nicht besonders gut geeignet, um sinnvoll mit Wissen umzugehen. Kahoot macht es eigentlich genauso wie die großen Fernsehshows und trotzdem gibt es einen konstruktivistischen Bildungsansatz.

Für ein Seminar zum Thema Zukunft der Arbeit, habe ich die ganze Zeit schon mit einer App geliebäugelt, die Daniel Seitz bei einem unserer letzten Treffen ganz beiläufig erwähnte. Es heißt Kahoot. Es ist eine einfache Quiz App, die es in sich hat.  Es ist relativ einfach Fragen und Antworten zusammenzustellen. Am Ende gibt es natürlich die eine richtige Lösung, ein Graus für den diskursiv angelegten Lernprozess. Wenn man aber in einem Quiz nicht vorher referiertes Wissen abfragt, sondern es als Einstieg in einen Diskussionsprozess nutzen will, wird man feststellen, dass Kahoot zu einer Alternative für Präsentationen werden könnte.

In meinem Fall habe ich den Index Gute Arbeit unter die Lupe genommen. Im Auftrag des DGB und seiner Mitgliedsgewerkschaften werden Arbeitnehmer_innen zu ihrer Arbeitssituation befragt. In jedem Jahr gibt es einen besonderen Schwerpunkt. 2013 lag der auf  unbezahlter Arbeit. Für das Seminar habe ich mir den Index genauer angeschaut und die eher ungewöhnlichen Ergebnisse zu Fragen in meinem Quiz gemacht. Unter den Antworten ist auch die richtige laut des Index dabei.

Screenshot (steht nicht unter einer Freien Lizenz)

Screenshot (steht nicht unter einer Freien Lizenz)

Der Präsentationsmodus des Quiz ist für Beamer optimiert. Die Teilnehmenden werden angeleitet, eine Internetseite in ihrem Smartphone zu öffnen und dort einen Pin einzugeben. Die Teilnehmenden im Seminar hatten sich zu Teams zusammen geschlossen und hatten jeweils 2 Minuten Zeit in der Kleingruppe die richtige Antwort zu diskutieren. Sobald alle Teams eine Antwort eingereicht haben, werden Punkte für die richtige Beantwortung verteilt. Hierbei spielen der Präsentationsmodus am Beamer und die Internetseite auf dem Smartphone perfekt zusammen. Da es sich um eine Webapp, die im Browser läuft, handelt und nicht um eine native App läuft Kahoot auf allen Geräten und ist damit gut geeignet für die BYOD-Seminare (Bring your own device).

Die Auseinandersetzung mit Befragungsergebnissen dienen weniger dem Bimsen von Faktenwissen, als vielmehr dem Abgleich mit dem eigenen Erleben. In sofern ist das Quiz die bessere PowerPoint. Es hatgute Arbeit Quiz in unserem Seminar zu Gesprächen über die Frage hinaus geführt und war damit mehr als ein netter Einstieg.

Kahoot ist zur Zeit noch nicht in der Lage, ein Chart zur Ergebnissicherung zu präsentieren, das muss man bisher noch gesondert bereit halten. Es funktioniert aber super in allen Seminarsituationen, in denen nicht genug PCs vor Ort sind,  solange der ein oder andere ein Smartphone zur Hand hat. Probiert es mal aus, am besten nicht alleine, obwohl das auch geht, sondern in Teams.

Tutorial

Weil sich herausgestellt hat, dass es Schwierigkeiten bei der Bedingung des Spiels gibt, habe ich einen Screencast angefertigt:

Wichtig ist: Ihr braucht zwei Geräte, um das Spiel spielen zu können:

  1. Einen Rechner (der vielleicht auch an einen Beamer angeschlossen ist), auf dem ihr diese URL aufruft http://gibro.de/spielgutearbeit
  2. Mindestens ein Smartphone, auf dem diese URL aufgerufen werden sollte: http://kahoot.it
  3. Den Rest erkläre ich im Video

Material und Spiel

6 Kommentare

  1. Sonja Sonja
    2. Dezember 2014    

    Hm…. Das Annotieren ist ja eigentlich eine feine Sache, so schön kontextbezogen. In der Anwendung war es jetzt ein bisschen fummelig und ich kann das Ergebnis nicht unmittelbar sehen. Musst du die Annotationen auch freischalten? Bin nicht sicher, ob ich mich jetzt immer noch irgendwo einloggen möchte, um einen Beitrag zu annotieren. Zwischenfazit wäre: gute Idee, aber die Umsetzung ist noch verbesserungsbedürftig.
    Aber Danke für das Testerlebnis 😉 Grüße, Sonja

  2. gibro gibro
    4. Dezember 2014    

    Ralf hatte CommentPress vorgeschlagen, dass werde ich mir auch noch mal genauer ansehen und umsteigen, wenn dort wirklich keine Anmeldung erforderlich ist.

  3. gibro gibro
    4. Dezember 2014    

    Ic habe mal das Plugin CommentPress ausprobiert, es liefert ein weiteres Theme mit und baut dein ganzes Blog um. Das ist etwas für Blogbeiträge bzw. Blogs, die sehr auf Kommunikation ausgerichtet sind. Das ist aber hier eher nicht so.

  4. Sonja Sonja
    4. Dezember 2014    

    Was mich ja noch interessiert, Guido: sind die Annotationen denn jetzt für dich sichtbar? Ein Mehrwert entstünde ja dadurch, dass die Annotationen für alle zu sehen (und weiter zu kommentieren) wären. Ich kann leider nichts sehen…
    Wahrscheinlich eher in akademischen Zusammenhängen interessant ist noch ein Tool zum gemeinsamen Annotieren von .pdf Dokumenten: Emargin, entwickelt an der Universität von Birmingham. https://emargin.bcu.ac.uk/emargin/auth/index

  5. gibro gibro
    4. Dezember 2014    

    Ne, hast du denn annotiert? Bei mir stehen das als Kommentar unter dem Blog. Aber wenn man annotiert, sieht man sogar im Text eine gelbe Hervorhebung, auch die, die nicht angemeldet sind.

  6. Sonja Sonja
    4. Dezember 2014    

    Ja, das hatte ich. Auch angemeldet. Schade…

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@gibro schreibt über den (bisher) schmalen Pfad an dem sich die analoge und die digitale Welt treffen. Welche Möglichkeiten sich daraus für die Bildungspraxis ergeben ist Inhalt dieses Blogs.

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