Bildung an der Schnittstelle Analog und Digital

Twitterspiele

Twitter Scrabble

Twitter ScrabbleTwitter und Facebook lassen sich nach wie vor schwer erklären. Wer es nur gezeigt bekommt, kann sich kein Bild machen und wer es selbst einmal probieren will gibt schnell auf, weil es den Erwartungen nicht entspricht, weil es kein Newerk per default gibt, sondern die persönliche Umgebung in mühevoller Kleinarbeit über Wochen und Jahre organisch entstehen muss. Die Lust an der Gärtnerei entsteht auch nicht in den ersten 4 Stunden, sondern, wenn man die Früchte seiner Arbeit Monate später einfahren kann. In sofern ist es schwer in einer Seminarsituation, in der häufig nicht mehr als 2 Stunden Zeit bleiben einen sinnvollen Enblick in ein Social Media wie Twitter zu geben.

Meine Idee: Mit kleinen Twitterspielen sollen sich die Teilnehmenden mit den unterschiedlichen Möglichkeiten des Dienstes Twitter vertraut machen.

  1. Meldet euch mit einem phantasievollen Namen bei Twitter an. Alle Namen werden anschließend vom Spielleitenden an eine Wand gepinnt, nun müssen die einzelnen Rechnerteams gegenseitig erraten, hinter welchem Nickname sich welcher Klarname verbringt, ohne allerdings die vollständigen Namen der Teilnehmenden zu benennen. / Hinweise aus der Praxis: Zuerst müssen alle Nicknames an das Whiteboard geschrieben werden, dann müssen die Teilnehmenden sich gegenseitig finden, was kurz nach der Anmeldung bei Twitter gar nicht so einfach ist, weil die frischen Nutzer nicht von der Suchmaschine erfasst werden. Dazu kommt, dass nach einer bestimmten Menge an Anmeldungen über die gleiche IP (häufig in Seminarräumen durch gemeinsamen Internetzugang gegeben) durch Twitter das “Massenanmelden” verhindert wird. Im Seminar konnten wir ca. 8 Anmeldungen innerhalb von 30 Minuten realisieren, danach gab es Probleme. Die Teilnehmenden haben dabei unterschiedliche Wege kennengelernt Follower bei Twitter zu finden: Suche bei Twitter, über die Profile der Anderen, mit Hilfe der Eingabe der URL. Besser wäre aus der Suche nach den Teilnehmenden eine eigene Aufgabe zu machen. Ich hatte letztendlich alle Teilnehmenden in einer Liste zusammengeführt und den Teilnehmenen empfohlen die entsprechende Liste zu abonnieren.
  2. Wir schreiben einen Kettenbrief per RT im Seminar. Es ist kein Spiel gegeneinander, sondern miteinander. Ziel ist es möglichst nach Ende, also wenn jeder Teilnehmende einmal retweetet hat, unter 140 Zeichen zu bleiben, wobei nach jedem RT ein weiteres Wort hinzukommen muss, der Satz sollte am Ende noch Sinn machen. / Hinweise aus der Praxis: Unter twitter.com kann man offensichtlich keine kommentierten RT’s mehr erstellen. Dadurch musste die Aufgabe umformuliert werden: Erstellt ein Namensschild mit eurem Twitternamen, und schreibt mit einem @ plus Twitternamen euren Seminarnachbarn an: z.B. “@seminarteilnehmer Vogelfutter” Anschließend soll der nächste Teilnehmende mit @ angeschrieben werden, und der angefangene Satz kopiert und um ein weiteres Wort ergänzt werden: z.B. “@seminarteilnehmer2 Vogelfutter ist” In einer festgelegten Reihenfolge muss am Ende der Runde ein fertiger, sinnvoller Satz unter 140 Zeichen entstehen.
  3. Wir spielen Stille Post per DM. Durch die Seminargruppe wandern mindestens 2 Nachrichten gleichzeitig. / Hinweise aus der Praxis: Das hat ganz gut geklappt, auch wenn man nicht so recht wußte, wo sich die Nachricht zur Zeit aufhält, und warum das alles so langsam ist. Nach den Replys war das Schreiben von DM’s aber in jedem Fall wichtig, um die beiden Veröffentlichungsformen voneinander unterscheiden zu lernen.
  4. Es werden Teams von 2 Seminarteilnehmenden gebildet, die jeweils einen Tweet verfassen müssen, der nach der Addition beider Tweets möglichst nahe an 280 Zeichen ist. / Hinweise aus der Praxis: Um die Zeichen für die Addition zu zählen, sollten die entsprechenden Tweets nocheinmal kopiert und in das Nachrichtenfenster eingefügt werden, die Restanzeige der Zeichen auf Twitter lässt so am schnellsten Rückschlüsse auf die Zeichenlänge des veröffentlichten Tweets zu.
  5. Wir spielen “Ich sehe was, was du nicht siehst und das ist …” im Seminarraum. Alle anderen müssen den Gegenstand erraten. Die Anzahl der Versuche bis zum gefundenen Gegenstand werden vom Spielleiter addiert, wer die meisten Versuche auf seinen Gegenstand vereinen konnte gewinnt. Die Tweets sollten folgendermaßen aufgebaut sein: z.B. “@spielleiter #ichsehewas Schere?” / Hinweise aus der Praxis: Das war mit Abstand das erfolgreichste Spiel, dass lag sicherlich auch daran, dass die Teilnehmenden mittlerweile mit Twitter recht erfahren waren. Mit dieser Aufgabe konnte das Hashtag eingeführt werden, mit dem sich wiederum auch zusammengehörige Tweets gruppieren lassen.

Insgesamt hat die Twittereinheit viel Zeit verschlungen. Die war aber gut investiert, weil das Prinzip Twitter auch auf andere Netzwerke anwendbar ist. Ausserdem lässt diese Form eine tiefergehende Beschäftigung mit Twitter zu.

3 Kommentare

  1. 15. Februar 2011    

    Danke für die Tipps! Es ist wirklich schwierig, Dienste wie Twitter in so kurzer Zeit vorzustellen oder sogar auszuprobieren. Diese Spiele lassen zwar nur erahnen, wo die Stärken des Dienstes liegen, aber mehr ist in ein paar Stunden auch schwer möglich. Den Teilnehmern hat`s bestimmt Spaß gemacht und hoffentlich auch Lust geweckt, das Medium selbst zu nutzen. Eine Frage noch: Was für ein Seminar war das denn und wer waren die Teilnehmer?

  2. gibro gibro
    18. Februar 2011    

    Das Seminar hieß Kampagnen und Kommunikation im Web 2.0. Veranstalter war die IG BCE. Die Teilnehmenden waren Arbeiter zwischen 31 und 65. Also ein bunter Strauß und nicht unbedingt twitteraffin.

  3. 4. Juli 2011    

    Hallo Guido,
    tolle Idee. Mehr davon! Bin gespannt, wie es mit der praktischen Umsetzung klappt!
    Grüße aus Wiesbaden,
    Henner

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@gibro schreibt über den (bisher) schmalen Pfad an dem sich die analoge und die digitale Welt treffen. Welche Möglichkeiten sich daraus für die Bildungspraxis ergeben ist Inhalt dieses Blogs.

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