kalender2006Nach dem Besuch oder auch Planung diverser Veranstaltungen in diesem Jahr, frage ich mich, warum bleibt man immer nur unter sich? Sei es die Republica, sei es das politcamp09, sei es die SIGINT09? Immer wenn es um das Internet, seine Kultur und seine “Bewohner” geht gewinnt man das Gefühl “unter sich zu sein”. Aber vielleicht stimmt das gar nicht sondern man nimmt auf diesen “Großveranstaltungen” einfach die Unterschiedlichkeit nicht mehr wahr oder sucht bewußt nur nach den Gemeinsamkeiten.

Ich glaube auch, dass sich die “Abweichler” einfach gut anpassen können an soetwas wie den gemeinsamen Nenner. Zumindest auf dem politcamp09 sind mir TeilnehmerInnen begegnet, die einen Zugang zu den digitalen Medien suchen, die nicht wissen was Twitter ist und die sich manchmal sogar trauen zu fragen, in der Regel aber lieber den Schein der Homogenität wahren wollen. Barcamps versuchen häufig explizit Tickets an Neulinge zu vergeben. Gelingt auch, aber dennoch ist die Kultur geprägt und Platz für Änderungswünsche am Konzept gibt es nicht, Neulinge reihen sich ein.

Den sogenannten Neuling gibt es zwar, er will aber unerkannt bleiben, gerade wenn man neu dabei ist, will man nicht auffallen. Oder ist es wirklich vorstellbar, dass auf einem Kongress des CCC jemand fragt, was denn so schlimm an Internetsperren ist?

Ich denke auch, dass es mit der Nähe zur Technik zusammnhängt, wer traut sich schon zu fragen, was Twitter ist, auf einer Veranstaltung, die mit einer Twitterlesung beginnt und auf der in jedem Saal Twitterwalls zu finden sind und auf der ca. 2/3 mit einem Laptop auf dem Schoss die Vorträge mitverfolgt, wenn das eigene Leben gar nicht so von diesen digitalen Medien durchdrungen ist. Es gibt durchaus Veranstaltungen, in denen das verpöhnt ist, auf der ich selbst auch das Gefühl habe unhöflich oder desinteressiert zu wirken, wenn ich per Handy twittern würde.

Sicherlich liegt es aber auch an den gerade durch das Internet sich schon immer bundesweit formierenden kleinen spezialisierten Communities. Die Frequenz der großen Veranstaltungen hat nur zugenommen, auf denen man sich immer wieder trifft. Die republica wird schon als Familientreffen bezeichnet. Mit den üblichen Verdächtigen.

Schön ist es zu wissen, dass man aus dem losen meist großen Netzwerk mindestens 5-10 Leute treffen wird. Schwierig allerdings, dass das Braten im eigenen Saft auch mit sehr kreativen Menschen schnell vergessen läßt, wie die Masse an Menschen mit dem Internet leben oder besser nicht leben. Schnell fühlt man sich einer besonderes reflektierten Gruppe von Internetnutzern zugehörig und vergisst, dass in Wirklichkeit jenseits der eigenen Netzwerke, das Internet eine eher untergeordnete Rolle spielt.