Bildung an der Schnittstelle Analog und Digital

Wer ist meine Öffentlichkeit und wenn ja, wieviele

CC by-nc-nd by Fräulein Schiller (flickr)
CC by-nc-nd by Fräulein Schiller (<a href="http://www.flickr.com/photos/frauleinschiller/5628343581/sizes/l/in/photostream/">flickr</a>)

CC by-nc-nd by Fräulein Schiller (flickr)

Man sagt: “Google weiß mehr über dich als du selber”. Wenn da etwas dran ist, dann beruht das Wissen ausschließlich auf einer Datenanalyse, also auf Spuren, die unweigerlich jeder hinterlässt, der ins Internet schreibt und sei es nur in den Suchschlitz. Seit einigen Jahren versuche ich meine eigenen Daten, die ich fremden Plattformen anvertraut habe nicht nur herunterzuladen, sondern auch auszuwerten.

Vor einiger Zeit bin ich auf Thinkup gestoßen. Es handelt sich dabei um eine Software, die die Daten aus den wichtigsten meiner Netzwerke (Twitter, Facebook, Google+ und Foursquare) archiviert und gleichzeitig intelligente Auswertungen ermöglicht. Die verarbeiteten Daten ermöglichen nicht nur eine Analyse über mich, sondern auch Informationen über das Verhalten meiner Netzwerke zu mir.

Zuerst muss man Thinkup auf dem eigenen Server installieren. Ich habe direkt und mutig die neue Betaversion Thinkup 2 ausprobiert. Dann habe ich alle APIs eingerichtet, damit die Daten aus den oben genannten Netzwerken gecrawlt und heruntergeladen werden können. Ich habe einen Cronjob auf dem eigenen Server eingerichtet, der regelmäßig – in meinem Fall einmal in der Stunde – die Daten von Twitter, Facebook, google+ und Foursquare ausliest und in meinen eigenen Datenbanktabellen abspeichert. Wenn alles eingerichtet ist, und die Daten in das eigene Archiv gesaugt werden, können auf einem Dashboard täglich interessante Insights dieser Daten angezeigt werden.

Häufig war mir die Wirkung meiner Tweets gar nicht bewusst. Bei Facebook werde ich bei jedem Teilen und Liken benachrichtigt, bei Twitter nicht. Für Foursquare wird Google Maps mit angezapft, um die Ergebnisse meiner Checkins darzustellen. Insgesamt vermitteln die Daten einen Eindruck dessen, was wir Internet-Öffentlichkeit nennen und es relativiert zumindest in meinem Fall das, was wir immer mit der Öffentlichkeit des Internets meinen. Letztendlich erreicht man eine handvoll Menschen, auch wenn man berücksichtigt, dass immer viel weniger Menschen reagieren, als die die es nur rezipieren.

Also Thinkup schlägt 2 Fliegen mit einer Klappe. Es archiviert deine Daten und wertet sie auch noch aus. Ich habe auch die Erfahrung gemacht, je länger man Thinkup benutzt, je mehr Daten also gesammelt und analysiert werden können, um so interessanter wird die Auswertung.

Thinkup ist Open Source und ich würde mich nicht wundern, wenn es im Falle eines Facebook Nachfolgers auch in der Lage wäre, die archivierten Daten so aufzubereiten, dass man sie in ein neues Netzwerk importieren könnte. Facebook selbst wird aus nachvollziehbaren Gründen eine solche Funktion nie zur Verfügung stellen.

1 Kommentar

  1. 13. Februar 2013    

    Klingt ganz interessant. Ob ich das haben möchte weiß ich nicht, aber gut zu wissen. Danke für die Info!
    r.

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@gibro schreibt über den (bisher) schmalen Pfad an dem sich die analoge und die digitale Welt treffen. Welche Möglichkeiten sich daraus für die Bildungspraxis ergeben ist Inhalt dieses Blogs.

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