Bildung an der Schnittstelle Analog und Digital

DCB003: Facebook im Studium

Limit for creating groups
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CC by-nc-nd 2.0 by WordShore (flickr)

Ich habe im Sommersemester wieder einen Lehrauftrag an der Uni Duisburg-Essen angenommen. Mit den Student_innen habe ich wieder versucht ein sinnstiftendes Projekt auf die Beine zu stellen. In diesem Jahr haben wir uns an einem Katalog zu offenen Bildungsmaterialien versucht. Unter http://offenebildung.de haben die Student_innen wirklich tolle Arbeit geleistet. Bisher sind 260 Materialien zusammengekommen.

In einer der letzten Sitzungen haben wir die Zeit genutzt uns mit einem Nebenschauplatz der Medienarbeit zu beschäftigen. Der gesamte Bachelor Jahrgang betreibt seit einiger Zeit eine gemeinsame Facebook-Gruppe. Ich wurde hellhörig, als eine Studentin zu mir sagte, ohne die Gruppe wäre sie im Studium vollkommen aufgeschmissen. Wie Facebook von den Studierenden genutzt wird habe ich in einem kleinen Interview erfragt.

Insgesamt haben 4 Studentinnen an dem Gespräch teilgenommen und ich verspreche nicht zu viel, wenn ich sage, dass die Gruppe einen Blick in die veränderten Strukturen der Bildung wirft. Neues lernen wird als solches nicht reflektiert, sondern einfach gemacht. Facebook wird praktisch zu einer Art Parallelwelt, die zwar nicht die Bildung in den Institutionen verändert, wohl aber den Lernprozess der Studierenden nachhaltig neu gestaltet.

Im Gespräch wurde deutlich, dass eine Integration mit den sonstigen E-learning Angeboten der Uni vollkommen undenkbar wäre. Und vielleicht liegt die Zukunft tatsächlich in solche selbstinitiierten Netzwerken. Niemand hat die Studierenden gebeten eine Gruppe bei Facebook zu gründen und gerade deshalb ist es zu einem Ort des miteinander Lernens geworden, wo sich jeder für das Fortkommen der Gruppe stark macht. Leider wird man solche Lernprozess nie untersuchen können, weil sie dafür trotz Facebook viel zu privat sind.

Ich danke den Studentinnen für das Gespräch. Einen Link zur Facebookgruppe wird es nicht geben, weil dort sowieso niemand von außen Mitglied werden könnte.

Update:
Übrigens passend zu Thema, habe ich diese Ausgabe des elektrischen Reporters gefunden. Die Frage nach den Lernmaterialien klingt zwar nur an, aber dennoch werfe ich sie schon mal auf, auch wenn ich mich damit noch einmal getrennt beschäftigen muss: Wenn sich Bildung auf diese Weise entinstitutionalisiert, was wird dann aus den Lernmaterialien. Liegt die Zukunft wirklich in einem Lehrbuch auch wenn es hypertextualisiert und animiert ist?

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@gibro schreibt über den (bisher) schmalen Pfad an dem sich die analoge und die digitale Welt treffen. Welche Möglichkeiten sich daraus für die Bildungspraxis ergeben ist Inhalt dieses Blogs.

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