Bildung an der Schnittstelle Analog und Digital

Educaching

Die Aktivitäten im Bereich mobiles lernen reichen mehr als 5 Jahre zurück. Es wird Zeit, die bisherigen Aktivitäten zu strukturieren und sichtbar zu machen. Es wird vieles dabei sein, dass bisher noch nicht veröffentlicht wurde. Wer also meine bisherigen Aktivitäten in dem Bereich mitverfolgt hat, wird eine Reihe bisher unveröffentlichter Caches zu sehen bekommen.

Was ist Educaching?

Ich verstehe darunter die Integration von Geocaching in Bildungsprozesse. In vielen Fällen ist Geocaching sicherlich vergleichbar mit einer “modernen Schnitzeljagd”, es gibt allerdings viele Caches, bei denen der Ort, an dem sie versteckt sind eine Geschichte zu erzählen haben. Sie sind mehr als das Ziel einer Schnitzeljagd. Wenn solche Orte ihre Geschichten an die FinderInnen weitergeben, dann können sie sich als Educache eignen.

Verbunden mit der Idee des Educachings ist der Einsatz von Medien in Lernprozessen als embedded Media zu begreifen. In diesem Fall sind die Medien Mittel zum Zweck, sie verschwinden hinter dem Lerngegenstand und sind ein unterstützendes Mittel beim Lernen. Sie betten sich in den Lernprozess ein. Beim Educaching fungiert die Webseite geocaching und das GPS Gerät als “embedded Media”.

Der Lerngegenstand befindet sich aber in diesem Fall ausserhalb der digitalen Medien. Er ist der Ort selber. Ein Educache muß jedoch aus mehr bestehen, als nur aus einem Ort. Möchte er sich in den Lernprozess integrieren, muß der Ort Fragen aufwerfen, muß die Geschichte zum Nachdenken anregen.

Das Educaching selbst könnte zu einer Exkursionsform im Bildungsprozess entwickelt werden, bei dem vor- und nachgelagerte Aufgaben den Rahmen bilden.

Educaching, so wie ich es entwickele, soll jedoch vor allem auch jenseits der institutionellen Bildung funktionieren und sich viel näher an das Geocaching anlehnen. D.h. eine anspruchsvolle Schnitzeljagd mit geschichtlichem oder politischem Hintergrund, wobei die Tiefe der Informationsannahme vom Cacher selbst gewählt werden kann, in dem er/sie sich bis in einzelne Quellen hinein vertiefen kann oder einfach nur den Cache finden kann, ohne die Geschichte des Ortes verstehen zu müssen. Niemand soll für den Bildungsanspruch vereinnahmt werden.

Zeitleiste

Dokumentierte Educaches

Viele Ideen konnten mangels technischer Möglichkeiten nie umgesetzt werden, andere wiederum wurden umgesetzt, sind aber mittlerweile leider depubliziert, weil die Software nicht mehr unterstützt wird. Die Arbeit, die mit der Erstellung einer appbasierten Bildungsroute verbunden ist, wäre ohne freiwilliges Engagement gar nicht zu realisieren. Damit die Datenhoheit also immer bei dir selbst bleiben kann, braucht es zu einen Quellen, die man uneingeschränkt umnutzen kann, zu anderen aber auch eine Plattform, die ihren Nutzenden die Datenhoheit zugesteht. Das würde jedoch Exportschnittstellen voraussetzen, mit deren Hilfe man seine Inhalte einfach wieder herunterladen kann. Wir können allerdings froh um jeden Editor sein, der es uns als Pädagogen ermöglicht, Educaches zu erstellen, da ist es in den nächsten Jahren nicht zu erwarten, dass es einfacher werden wird, Daten aus einer solchen Plattform wieder herunterladen zu können.

Auf der anderen Seite überlege ich schon seit längeren, wie eine Bildungsroute dokumentiert sein muss, damit die Geschichte nachvollziehbar wird und gleichzeitig offen genug ist, das Storytelling an die Anforderungen der diversen Routen-Editoren anzupassen sind.

Dazu habe ich 5 grundlegende Informationen für eine Station definiert: Titel, Inhalt, Aufgabe GPS-Koordinaten, Quellen. Im großen und ganzen habe ich mich versucht daran zu halten. Alles andere wie Bild und Tonmaterial sind zusätzliche, mehr oder weniger nützliche Informationen, die nicht mehr recherchiert werden müssen, die ich als bedingt notwenig erachte. Idealerweise gibt es eine Karte, die mir einen Überblick über die Route verschafft. Ebenso ist eine Beschreibung der Einbindung ins Seminar hilfreich, um eine Vorstellung für ein Einsatzszenario zu bekommen.

  • Educache zu Martin Luther King

    Educache zu Martin Luther King

    Für den re:publica-geocache habe ich die Geschichte “Let my people go” von Stefan Appelius, erschienen bei einestages und chrismon, ausgewählt. Sie erzählt die Geschichte von Martin Luther King, der am 13. September 1964 unangekündigt in Ost-Berlin eintraf. Ein geistlicher Bürgerrechtler trifft auf das DDR System. Eine recht brisante Begegnung. Der Cache lädt ein, diese Geschichte noch einmal an den original Schauplätzen zu erleben.

    […]

  • Mauergeschichte: Der Einfluss der Medien auf den Fall der Mauer

    Mauergeschichte: Der Einfluss der Medien auf den Fall der Mauer

    Der Fall der Mauer ist eine Verkettung kurioser Ereignisse und Missverständnisse, die am Ende jenseits aller Diplomatie dazu geführt haben die Grenze an der Bornholmer Straße zu öffnen. Die Tour zeichnet die letzten Stunden bis zur Maueröffnung mit Hilfe der Dokumente auf Chronik der Mauer nach.

    […]

  • Mauergeschichte: Die Flucht mit der Seilbahn

    Mauergeschichte: Die Flucht mit der Seilbahn

    Eine der spektakuläreren Fluchten war die der Familie Holzapfel mit einer selbstgebauten Seilbahn im Angesicht der russischen Besatzer vom Haus der Ministerien hinter die Westdeutsche Grenze. Das alles konnte nur gelingen, weil die Holzapfels von den Soldaten für ostdeutsche Spione gehalten wurden, die in den Westen geschleust wurden. Niemand anders wäre so offensichtlich vor den Augen der russischen Soldaten geflüchtet.

    […]

  • Mauergeschichte: Sprung in die Freiheit

    Mauergeschichte: Sprung in die Freiheit

    Vor einigen Jahren habe ich 4 Mauergeschichten konzipiert. Die einzige, die damals umgesetzt werden konnte war Tod an der Mauer. Aber weitere 3 harren auf den Moment ihrer Entdeckung. Neben den hier zu findenden Stationen gibt es noch Material, das nicht weiter verfolgt wurde und sicherlich überarbeitet werden müsste, aber einen guten Ausgangspunkt liefert, eine Tour durch das geteilte Berlin zu erstellen. Auch wenn das Konzept damals ganz stark von einer App ausging, kann man es natürlich auch als klassische Schnitzeljagd oder QR-Code Rallye gestalten.

    Schuhmann ist mit Sicherheit der bekannteste Flüchtling, nicht wegen seiner spektakulären Flucht, sondern weil das Bild des über den Stacheldraht springenden Soldaten Teil unseres kollektiven Gedächtnisses geworden ist und jeder dieses Bild schon einmal gesehen hat. Der Cache erzählt die Geschichte hinter dem Bild über Schuhmann selbst.

    […]

  • Educache: Die letzten Tage von Wilhelm Leuschner

    Educache: Die letzten Tage von Wilhelm Leuschner

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  • Educache Berufsorientierung

    Educache Berufsorientierung

    Der Educache für das Tagungszentrum in Hattingen entwickelt. Aber wenn ihr die Koordinaten ändert, funktioniert er eigentlich überall.

    […]

Veröffentlichungen

Vorträge

Warum jenseits des Seminarraums lernen? Im Rahmen des Seminars Bildungsrouten gegen Nazis am 10. November 2015

Educaching. Lernen wie im echten Leben, BFAS Fachtag am 26.04.13

Mobiles Lernen mit den Edunauten – Aus der Praxis einer Pädagogik der Navigation Vortrag auf der re:learn12 #rp12 am 7. Mai 2012

Educaching, Pädcache oder Geoquest: Ausgewählte Praxisbeispiele aus der Welt des mobilen Lernens. Tagung der Klassik Stiftung in Weimar am 26. November 2011

Educaching, 11.10.11 Landeszentrale politische Bildung NRW

Projekt Geocaching. Demokratieprojekt zu 60 Jahre Deutschland mit den kleinen Demokratiestars am 15. April 2010

Mehr Beteiligung: Embedded Media in der politischen Bildung – Barcamps und Educaching, re:publica 2010 am 14. April 2010

Fernsehen und Zeitung

Und einmal mit, ich glaube, polnischem Untertitel:

Und ein Artikel in der Stuttgarter Zeitung, 20.05.11: Eine Schnitzeljagd mit Lerneffekt

Preise und Auszeichnungen

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Tod an der Mauer gewinnt Preis beim Land der Ideen

Eine Smartphone-App vermittelt spielerisch Wissen über die Teilung Berlins. So hieß es in der Ankündigung der Laudatoren. Das Projekt Tod an der Mauer hat einen Preis im Bereich Bildung bei Land der Ideen gewonnen. Knapp 1,5 Jahre Entwicklungszeit hat das Projekt gebraucht.

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Tod an der Mauer gewinnt bpb Wettbewerb

Die Bundeszentrale für politische Bildung suchte Projekte, die sich um herausragendes Engagement bei der Vermittlung der friedlichen Revolution und des Mauerfalls verdient machten. Da habe ich die App Tod an der Mauer eingereicht und gewonnen.

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Links

By User:ZyMOS [Public domain], via Wikimedia Commons Evernote Notizbuch mit meiner Link-Sammlung zu Educaching

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