Machen Beamerschulungen dumm?

Ich nehme gerade an einem Referenten-Workshop teil um eine Datenbankanwendung schulen zu können. Der vortragende Referent präsentiert über Beamer die Anwendung, wir, die TeilnehmerInnen  hören gut zu und machen die entsprechenden Übungen am eigenen Rechner parallel mit. Das führt ständig zu einer Reihe an Phänomenen, die ich bisher noch nicht kannte, da mir solche Beamerschulungen eher fremd sind.

Zum Beispiel gibt man in die Datenfelder immer das ein, was schon der Referent am Beamer eingegeben hat. Es ist selbst bei Bewußtmachung des Nachahmens schwer,  sich während des Schulungsbetriebes davon zu lösen.

Beamerschulungen sind unheimlich anstrengend, weil man sich immer auf mindestens zwei Dinge (Referenten-Beamer und den eigenen Rechner) gleichzeitig konzentrieren muss und darüber hinaus auch noch mit dem Zeitdruck zu kämpfen hat, denn man will ja immer synchron beziehungweise nahezu synchron zum Referenten sein, wenn man also die Knöpfe nicht findet und auf dem eigenen PC alles etwas anderes aussieht, weil man zum Beispiel einen anderen Datensatz ausgewählt hat, schafft das Stress, der schnell zur Ermüdung und sicher auch in einigen Fällen  zu aggressivem Verhalten führt.

Ab und zu sind die ausgewählten Beispiele sinnlos, da sie nicht das demonstrieren, was man eigentlich zeigen wollte. Da der Beamer aber immer demonstrieren will, müssen im Vorhinein immer "sinnvolle" Beispiele gewählt werden, die dann aber häufig nicht praxistauglich sind, weil sie zu demonstrationszwecken vollkommen überladen sind.

Ständig werden die Ausführungen des Referenten durch das Plenum unterbrochenweil irgendetwas anders ist oder auffällt (O-Ton: "Bei mir ist das anders…", "…kannst du mal schauen…"), je mehr man selbst am Rechner synchron mitmacht umso stärker ist wohl auch der Bedarf die eigene Erfahrungswelt mitzuteilen, in der Regel können die anderen TeilnehmerInnen damit wenig anfangen, weil sie andere Wege gegangen (geklickt) haben.

Häufig werden gewohnte Routinen (Doppelklick, etc.) zugunsten des Wegeverfolgens unbewußt aufgegeben, das erschwert die eigenständige, intuitive Wiederholung, weil man nicht mehr weiss, wie es eigentlich ging.

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