Arbeitsbedingungen bei Billigheimern

Vor kurzem lass ich in der Zeit einen Artikel über die Arbeitsbedingungen bei Aldi, Lidl, Schlecker u.ä. Also all denjenigen, die Allgegenwärtigin den Städten zu finden sind, bei denen jeder von uns einkauft, weil es so günstig ist, von denen wir alle wissen, dass die Arbeitsbedingungen miserabel sind. Wie miserabel sie sind, ist in dem Zeitartikel zu lesen.

Eigentlich müßte man sich dagegen wehren, ich meine nicht die Mitarbeiter, die werden sich nicht trauen, dafür ist das Gut Arbeit viel zu wichtig geworden, ich meine die Öffentlichkeit.

Früher hat man gesagt: Damit müßte man mal zu Bild. Heute hat jeder die Möglichkeit, sich eine Öffentlichkeit mit Hilfe des Internets zu schaffen und zu nutzen. Vielleicht ist es deshalb auch icht verwunderlich, dass zu diesem Thema vor allen Dingen Weblogs berichten, die auch Menschen ohne eigenen Webspace die Möglichkeit geben, sich zu artikulieren.

Verdi beispielsweise betreibt das Schwarzbuch-Weblog hier werden zumindest die Schandtaten von Lidl veröffentlicht. Und wenn dann mit der nötigen Linkmacht auch andere prominente Medien (Süddeutsche, Tagesschau, etc.) auf eine solche Aktion aufmerksam machen gibt es sehr schnell eine für Lidl unangenehme Öffentlichkeit. Was natürlich noch lange nicht dazu führt, dass sich die Arbeitsbedingunen verbessern, sie aber zumindest in der Öffentlichkeit diskutiert werden.

Leider hat bei verdi aber nur Lidl eine Lobby. Über die Arbeitsbeingungen bei Aldi, Schlecker ode auch im Hotelgewerbe wird nicht berichtet (von einigen Ausnahmen wie z.B. labour.net abgesehen).

So berichtete mir vor einigen Tagen ein guter Freund, dass er seine Ausbildung im Hotel Möwenpick mit mehr als guten Noten abschloss, aber in keinem Fall dort oder in einem anderen Hotel weiterarbeiten wollte, da die Arbeitsbedinigungen (Arbeitsbelastung, Arbeitszeiten, Entlohnung) offensichtlich noch schlechter sind als bei den Billigheimern. Konkret geht es um das Mowenpick-Hotel am Essener HBf. Oft lag zwischen zwischen zwei Schichten nicht mehr als drei Stunden, für einige Mitarbeiter nch nicht einmal ausreichend um nach Hause zu fahren. Der Widerstand der Mitarbeiter wird durch das Management schnell abgebügelt, sollten sich einige dennoch wehren, werden sie solange gemobbt, bis sie kündigen oder kurzerhand gekündigt. Man erzählte mir, die Fluktuation im Hotelgewerbe sei sehr hoch. Das sei zum einen auf die schlechten Arbeitsbindungen zurückzuführen, zum anderen auch darauf, dass eine Wanderung durch die großen namhafften Hotels ein wichtiges Merkmal im Lebenslauf sei. Und so können es sich die „großen Ketten“ leisten, ihre zum Teil hochqualifizierten Mitarbeiter so zu behandeln, wie beschrieben.

Während man für höhere Löhne gekämpft hat, sind offensichtlich die Arbeitsbedingungen aus dem Sichtfeld der Gewerkschaften verschwunden. Lohnsicherung ist aber nicht alles und die zuständigen Gesetze lassen offensichtlich genug Spielraum um von den skrupelloseren Arbeitnehmern gebogen zu werden.

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