Software wird individuell
Ich vibecode ja schon eine ganze Weile. Über meine ersten Experimente berichtete ich in bzt. Mittlerweile sind die Tools besser geworden und ich selbst habe an Erfahrung dazu gewonnen. Die bisher entwickelten Lösungen sind vermutlich niemals Software für alle, sondern vor allem Software für mich. Die entwickelte Software war nie nur die Lösung sondern Teil eines Erkenntnisprozess und der wiederum hatte sehr viel Einfluss auf die Lösung. Ich bin also losgelaufen und hin und wieder nach einigen Abbiegungen ganz wo anders gelandet.
So, wie es bei Prototyping sein sollte: Erst wenn sich die Fragen der konkreten Umsetzung stellen, dann kann man das eigentliche Problem finden, das man bei der schlichten Beschreibung der Lösung nicht sieht. Vibecoding hilft mir also, das Problem zu verstehen.
Der Konzeptgenerator, mittlerweile heißt er Seminarplaner war nie dazu gedacht, neue Konzepte zu entwickeln, sondern bereits bestehende abzubilden, sie interaktiv zu machen.
Der Prompting-Generator sollte Möglichkeiten für Teilnehmende schaffen sich fragend statt Antwortsuchend mit KI generierten Lösungen auseinanderzusetzen. Nachdem ich ihn dann im Seminar ausprobiert hatte ist eine Implementierung jenseits der reinen Promptbibliothek entstanden. Dafür habe ich noch an Kategorien gefeilt, um unterschiedliche Anlässe zur Nutzung von KI unterscheidbar zu machen.

Während ich noch vor einem Jahr eigene h5p Typen entwickelt habe, sind es jetzt gar keine festgelegten Typen mehr, sondern neue Mischformen ganz ohne das h5p Framework. Ich mache zum Beispiel zu Seminaren immer eine Erwartungsabfrage, die ich anschließend mit dem geplanten Seminarablauf zusammenbringe. Der Seminarablauf heißt in meinen Kontexten roter Faden und findet an einer Metaplanwand statt. Daneben sind die Erwartungen der Teilnehmenden in die Nähe der geplanten Themen gepinnt (siehe Abbildung). Wenn man das LLM anweist daraus eine interaktive Grafik zu machen, entsteht das hier: https://chatgpt.com/share/6a16a6b1-2aec-832f-8dd8-81a01b835c8c
Und wenn man das wiederum auf moodle verlinkt entsteht nicht nur ein Abbild des roten Fadens Stand Seminarstart, sondern auch die Möglichkeit mit eigenen Notizen den individuellen Lernfortschritt zu dokumentieren.
Der PC hat sich mit seinen grafischen Oberfläche für Jedermann/-frau erschlossen und war damit nicht mehr nur den Computerbedienendern vorbehalten. Wir haben uns den Computer zu einem emanzipatorischen Werkzeug gemacht. Was in der Hand einzelner ein Werkzeug zur Unterdrückung oder Manifestierung der Macht dient, ist es in den Händen Vieler ein Werkzeug der Emanzipation und Mitbestimmung.
KI zeigt, das nun auch Software selber aus Computerbediener*innen Gestalter*innen machen kann. Es liegt an uns, davon Gebrauch zu machen. Programmieren hat sich mit KI demokratisiert, nun kann sich jede*r ihre und seine eigenen Anwendungen schreiben. Ein weitreichender emanzipatorischer Schritt ohne jeden Lock in Effekt, weil es vollkommen egal ist, von welchem Unternehmen die KI kommt, mit der man seine eigenen Anwendungen entwickelt. Und ja, die großen komplexen Infrastrukturen können wir nicht selbst anpassen oder gestalten, das sollte (noch) den Profis vorbehalten bleiben.
