Der Seminarplaner
Ich entwickle Software, seitdem es geht, um ein eigenes Problem zu lösen, und der Seminarplaner ist da keine Ausnahme: Er ist als den Anforderungen der außerschulischen gewerkschaftlichen Jugend- und Erwachsenenbildung entstanden. Natürlich funktioniert Konzeptarbeit unabhängig von der Institution – aber viele Elemente, wie der eingebaute Lernziel-Editor, die Ausrichtung auf Mehrtägigkeit, die verfügbaren Seminarplan-Layouts sind eben doch ein Zeuge dieser Prägung.
Seminare zu konzipieren ist natürlich zunächst einmal pädagogisches Handwerk, kein zwangsläufig kreativer Prozess. Und mit zunehmender Erfahrung wird man darin auch immer besser. Und doch geht es auch immer um Kreativität: Wie geht man mit dem leeren Blatt um, wie findet man einen ersten Zugang? Der liegt vermutlich nicht immer am zeitlichen Beginn des Seminars. Manchmal steht er am Ende, manchmal in der Mitte – weil ein bestimmtes Werkzeug den Ausschlag gibt, eine Geschichte, die erzählt werden will, oder irgendein anderer Auslöser, um den herum sich der Rest dann plant. Ja, natürlich sollte man immer und ohne Ausnahme bei den Lernzielen anfangen. Ich tue das trotzdem häufig nicht.
Ob man um eine Idee herum konzipiert oder ein fertiges Konzept in den Seminarplaner importiert, ist dabei egal, beides funktioniert in derselben Sequenz-Ansicht. Wenn es dir mit Seminarkonzepten so geht wie mir mit Texten, ich habe dazu vor längerer Zeit in BZT gesprochen (siehe unten), dann planst du ohnehin jenseits der Chronologie: Du schiebst und verschiebst, bis irgendwann alle Seminareinheiten an ihrem Platz sind.
Einmal konzipierte Seminareinheiten nutze ich häufig in ganz unterschiedlichen Kontexten wieder, ohne mich genau ans Drehbuch zu halten. Vorstellungsrunden sind überschaubar abwechslungsreich, ebenso die eigens für Seminare entwickelten Spiele, und natürlich gibt es viele andere Ideen, die sich über gleiche Seminare hinweg wiederholen. Zur Wahrheit gehört auch, dass solche Einheiten Anpassungen und Ergänzungen erfahren, die ich spontan einbaue und nicht weiter dokumentiere. Im Seminarplaner gibt es deshalb eine Bibliothek mit (meinen/deinen) Seminareinheiten, so, wie bei PowerPoint-Folien kann ich sie für neue Seminare wiederverwenden, anpassen oder weiterentwickeln.
Der Seminarplaner ist ein Moodle-Plugin, und damit Teil eurer Lernplattform. Trotzdem lassen sich Seminarkonzepte über alle Seminarplaner-Instanzen hinweg austauschen: Es sind JSON-Dateien, die sich mit jedem beliebigen Texteditor öffnen und bearbeiten lassen, notfalls auch ohne Moodle dazwischen. Die Datenstruktur ist offen genug, um sie auf jeden anderen Import anzupassen – wer also seine eigene Bibliothek, sein eigenes Tool damit füttern will, ist nicht auf den Seminarplaner selbst angewiesen.
Wer selbst reinschauen will: Es gibt einen Moodle-Testkurs (Login: nutzender/Passwort: Nutzer_123) mit dem Seminarplaner zum Ausprobieren, und einen Selbstlernkurs mit Gastzugang (als Gast anmelden), der zeigt, wie sich die selbstbestimmte Lernumgebung dahinter anfühlt. Bei Bedarf könnt ihr den Selbstlernkurs für euer Moodle herunterladen. Das und mehr findet ihr auf der Seminarplaner-Seite.
