Bildung an der Schnittstelle Analog und Digital

Einträge mit dem Schlagwort Überwachung

Digitalisierung und Überwachung sichtbar machen – 3D-Drucker und Drohnen in der Politischen Bildung

Achtung, es folgt ein längerer Text, der zuerst im Jahrbuch von Arbeit und Leben erschienen ist und die hier im Blog schon häufiger beschriebenen Phänomene der Digitalisierung neu rahmt und versucht daraus ein paar konkrete Seminarideen abzuleiten. Weiterlesen »

Absurditäten aus dem Sicherheitsbereich

Heute durfte ich auf dem Rückflug von Wien nach Düsseldorf von den freundlichen Sicherheitsbeamten eine weitere Sonderbehandlung erfahren.

Nachdem sie den Beamer in meinem Koffer aufgespürt hatten und ihn für ein potentielles Sichrheitsrisiko hielten (in Deutschland war das offensichtlich egal), musste ich alle Reisverschlüsse öffnen, um sie von diesem im Bild zu sehenden Pflaster abreiben zu lassen. Ich fragte verwundert, was das bewirkt und der Mann sagte zu mir, dass man damit Sprengstoff aufspüren könnte.

Mann o Mann. Ich glaubte es im ersten Augenblick nicht, aber ein Blick auf die Webseite hat mich eines besseren belehrt. Ehrlich geagt, war ich froh, dass das Gerät nicht angeschlagen hat. Denn, dass ich keine Bombe dabei hatte, hat man ja schon durch die Scanner sehen können. Das Pflaster hätte ja nur festgestellt, dass einer meiner Reisverschlüsse mit einem dieser Gefahrenstoffe in Berührung gekommen ist.

Sicherheitsesoterik. Heute: Der Köperscanner Pro Vision 2

Ich bin heute seit einiger Zeit mal wieder von Düsseldorf aus geflogen. Dort wurde die Kontrolle von Menschen auf Maschinen umgestellt. Nacktscanner haben das Abtasten ersetzt. Obwohl, ersetzt kann man nicht sagen. Es wird nach wie vor Hand angelegt, nachdem der Scanner seine Arbeit verrichtet hat. Interessant waren  mehrere Dinge: Weiterlesen »

Leben mit der Totalüberwachung

Das Ausmaß der Totalüberwachung habe ich bis heute nicht verstanden. Ja, was ich ins Internet stelle ist per default öffentlich, aber am Ende dann eben doch nur für ein paar Spähfanatiker zugänglich. Erst vor knapp einem Jahr habe ich dann angefangen mein Verhalten im Internet bewusst zu verändern: Weiterlesen »

Wir sind für die digitale Revolution schlecht vorbereitet

Internet Visualisierung
Internet Visualisierung

CC by 2.0 by Tuftronic10000

Dieser Artikel ist inspiriert von einem Gespräch mit Lisarosa auf der relearn bei der re:publica. Auf der Republica kommen geschätze 1,5 digitale Devices auf jeden Besucher. Damit ist die Konferenz ein spannendes Labor für unser Zusammenleben in Anatalien. Tatsächlich gab es bisher keine Konferenz auf der ein stabiler Zugang zum Internet bereit gestellt werden konnte. Ein Großteil der Besucher sind Early Adopters. Sie heißen so, weil sie alles als Erste ausprobieren. Nicht alles setzt sich durch und es bleiben auch immer wieder Technologien auf der Strecke, wie der Poken.

Dennoch wird das Internet der Dinge die Anzahl der mit dem Internet sprechenden Endgeräte verdoppeln bis verdreifachen, mit denen sich ein einzelner Mensch umgibt: Brillen, Schmuck, Geldbörsen, externe Festplatten. Aber auch Parkuhren, Heizungen, Waschmaschinen, Robostaubsauger, Fenster, Schließsysteme, TV, Radio und all die anderen Gegenstände, die noch erfunden werden müssen. Die Republica beweist aber jedes Jahr aufs Neue, dass die Sache mit dem Internet ab einer gewissen Zahl an Zugriffen anfällig für den Kollaps wird. Zur Zeit ist diese Erfahrung nur zu besonderen Zeiten spürbar, zum Beispiel auf Sylvester, aber auch bei größeren Festivals. Je mehr Menschen jedoch mit internetfähigen mobilen Geräten ausgestattet werden, die ohne zu fragen dauerhaften Kontakt mit dem Funkmasten halten, um so instabiler werden die uns zur Verfügung gestellten Netze dann auch in Schulen, Bürogebäuden, Einkaufszentren, Fussballstadien oder Innenstädten.

Wahrscheinlich werden die Provider dieser Welt das Problem irgendwann in den Griff bekommen, genauso, wie die Stromversorger ihre in den 60er-80er Jahren nicht ungewöhnlichen Stromausfälle in den Griff bekommen haben. Zur Zeit zumindest scheint die Infrastruktur nicht für den massenhaften Ansturm gewappnet zu sein. Und wir sollten froh sein, dass es noch so viele mobile Offliner gibt, Tendenz rapide fallend.

Aber wenn das Wlan ausgeknipst ist, ist noch etwas anderes zu beobachten. Vor allem bei denen, die im Internet wohnen bleibt die Wut und Fassungslosigkeit nicht aus. Ich habe dazu ein paar Tweets der diesjährigen Republica in einem Storify gesammelt:

Gesammelte WLAN Rants

Gesammelte WLAN Rants

http://storify.com/guibro/rp12-und-das-internet

Abgesehen davon, dass auf einer Konferenz über das Internet das Internet zumindest als Anschauungsmaterial nicht fehlen sollte, fällt es uns schwer über das Internet zu sprechen ohne es zeigen zu können. Vieles von dem, worüber wir reden, braucht eine Visualisierung ohne Metaphorik, weil unsere Sprache bisher keine adäquaten Worte für das im Internet hat. Es ist eben nicht wie eine Autobahn (Datenleitungen), eine Visitenkarte (Webseite), Telefon (Skype) oder ein Tagebuch (Blog).

Auch der Deutschlandfunk hat sich in seiner Sendung Computer und Kommunikation mit “Netzbremse: Mobile Geräte und die zunehmende Überwachung verlangsamen das Internet” beschäftigt. Die Webseite http://www.internettrafficreport.com/ gibt in Echtzeit Staumeldungen heraus. Ebenso zeigt der amerikanische Internetprovider Akamai, dass das Internet langsamer wird. Im Bericht werden für die Netzbremse folgende Gründe genannt:

  1. Es ist langsamer, weil die mobilen Anwedungen zugenommen haben (umstritten)
  2. Datenaufkommen ist stark gestiegen, die Infrastruktur ist dafür nicht ausgelegt (nicht umstritten)
  3. Zunahme der Internetüberwachung verlangsamt den Internetdatenverkehr, deshalb ist zum Beispiel in Asien das Internet im Durchschnitt langsamer (siehe Internettrafficreport)

Was der Bericht vom Deutschlandfunk zeigt ist, dass nicht wie bei der re:publica das Netz ausfällt, sondern immer unzuverlässiger wird. Immer weniger Pakete erreichen auf Anhieb ihr Ziel und müssen doppelt und dreifach ausgeliefert werden. Der Internetnutzer wird es am Ende als langsam empfinden. In Wirklichkeit ist es aber nicht nur die schlecht ausgebaute Infrastruktur, die dafür verantwortlich ist.

Worum gehts hier?

@gibro schreibt über den (bisher) schmalen Pfad an dem sich die analoge und die digitale Welt treffen. Welche Möglichkeiten sich daraus für die Bildungspraxis ergeben ist Inhalt dieses Blogs.

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