RSS-Wall statt Twitterwall

Ich habe mich für ein Seminar mit den Möglichkeiten der Aggregation von Tweets, und Anderem in eine Timeline beschäftigt. Ich bin kein Programmierer und konnte nicht einfach etwas vollkommen neues entstehen lassen.

Problemstellung:

Auf der Basis meiner Laconica (Microblogging im Seminareinsatz) Installation mußten die Beiträge noch auf einer per Beamer projezierten Leinwand grafisch aufbereitet werden.Lösung:
Bei meinen Recherchen bin ich auf Sweetcron gestoßen. Dabei handelt es sich um einen Aggregator, mit dem aus mehreren RSS-Feeds eine einzige Timeline gemacht werden kann. Dabei kann auch noch eine Erweiterng installiert werden, um die Timeline entsprechend zu kommentieren. All das ist bei einer Twitterwall nicht nötig. Aber die interessante Erweiterung ist, dass Flickr, Blogs, Youtube und natürlich alle anderen Dienste, die einen RSS-Feed ausgeben direkt angezeigt werden können. Das ganze sah dann so aus:

rsswall

Das Design ist extra angepasst um auch mit 15 m Abstand auf die Wand schauen zu können, ich habe noch ein 2. Theme angepasst, sieht zwar schicker aus, ist allerdings aus der Ferne auch schwerer zu lesen:

rsswall2

Da es sich aber um ein einfaches css handelt, kann de, der es kann auch einfach umschreiben.

Die mit dem Download geschickte htaccess hat bei meinem Server nicht funktioniert, nach einem 1/2 Tag suchen bin ich darauf gestoßen,

Options +FollowSymLinks

aus der Datei zu entfernen, dann ließ es sich problemlos installieren. Um die Umlaute verfünftig darzustellen benötigte ich noch einen weiteren Eintrag in der htaccess, danke für den Tipp von Matt Slovig:

AddDefaultCharset UTF-8

Weitere Themes findet man hier. Um den Rechner, der am Beamer hängt regelmäßig upzudaten habe ich die Firefox-Erweiterung Reload Every genutzt. Sicherlich hätte man auch einen Cronjob einrichten können, hatte aber keinen Zugriff auf den Server und hätte dann auch nicht gewußt wie.

Zu den pädagogischen Erfahrungen:
Zu Beginn waren die meisten TeilnehmerInnen recht skeptisch, wie zwei Dinge auf einmal zu bedienen sind, also Kommentare schreiben, zuhören und aktiv beteiligen. Einige sind nach ersten Versuchen auch wieder ausgestiegen und ich hatte nach dem ersten Nachmittag den Verdacht, dass eine solche Kommentarwand für die Zielgruppe (überhaupt nicht medienaffin) überhaupt nicht geeignet ist, mittlerweile schreiben aber immer mehr TeilnehmerInnen Kommentare, es sind zwar immer dieselben, aber es ist ihre Form sich in die Tagung miteinzubringen. Bisher können eher die Referenten nicht mit der Kommentarwand umgehen, sie verpassen die Gelegenheit auf die schriftlichen Einwände einzugehen.

Der Zugang war äußerst niederschwellig gestaltet. Die Anmeldung und das Einloggen haben wir vorweggenommen, die Zugänge waren anonymisiert, die Rechner waren so eingestellt, dass sie nicht zwischendurch in den Ruhemodus verfallen. Es mußte auch kein Tag genutzt werden, um an die Kommentarwand zu kommen, wir konnten einfach die öffentliche Timeline unserer Laconica-Installation auslesen. Die Kommentare waren längst nicht so polemisch und wesentlich unkritischer, als auf einer „Medientagung“ mit Twitter-Usern. Inhaltlich waren die Kommentare Subtext der Tagung. Hier ein paar Beispiele:

erfahren wir, wie die beiden gruppen des heutigen tages sich beim Brückenbau geschlagen haben ? (Frage an die Moderation)

wird der dgb index von leitenden ernst genommen? (Frage an den Referenten)

Zu Fehlern – Führungskräfte machen keine Fehler basta (Kommentierung eines Vortrags)

Im Nachhinnein kann man sagen, dass der Einsatz der Kommentarwand die Tagung bereichert hat. Gerade den TeilnehmerInnen, denen es schwer fällt vor großen Gruppe zu sprechen kam diese Form sehr entgegen, darüber hinaus muss man den Vortragenden nicht unterbrechen, wenn es einem unter den Nägeln brennt.

Ausblick:
In Laconica ist eine Gruppenverwaltung integriert. Wer also in verschiedenen Gruppen arbeitet und Ergebnisse zusammenstellt, kann diese mit einem eigenen RSS-Feed isolieren, dafür ist kein Hashtag notwendig. ber weitere Ideen und Fragen eurerseits würde ich mich freuen.

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