Bildung an der Schnittstelle Analog und Digital

Opendata

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Das Netzwerk Openeverything veranstaltet in regelmäßigen Abständen Veranstaltungen zur Öffnung von Wissen. Hier werden sowohl Motivationen untersucht,als auch Geschäftsmodelle diskutiert alsauch Informationen eingefordert,die per se frei sein sollten, weil sie der Staat im Namen seiner Bürger produziert. Genau damit hat sich die letzte Veranstaltung zu openeverything beschäftigt.

Franskiska Heine berichtete über das Free Culture ForumThe Charter for Innovation, Creativity and Access to Knowledge“. Ziel war die Formulierung einer Carta zu Free Culture. Die anwesenden TeilnehmerInnen des Forums haben sich in 5 Gruppen aufgeteilt: Legal Perspective und User Access, Economics, New P2P Models and Sustainabel Distribution, Education and Access to Knowledge, Free Software and Open Standards, Organizational Logic und Political Implications of Free Culture. Grund ist der offensichtlich hilflose Umgang mit dem Internet von Seiten der Politik. Ziel war es auch den Forderungen der Lobbyisten Alternativen gegenüberzustellen und damit auch den Regierungen ein breiteres Handlungsspektrum anzubieten. Mir scheint wieder einmal klar zu werden, das je globaler die Zusammensetzung des Forums ist, das auf einen gemeinsamen Nenner kommen muss, desto allgemeiner und unnützer die daraus resultierenden Entscheidungen sind. Fransiska sagt schon selbst, dass das entstandene Papier auf einer Ebene entstanden ist, die in der eigenen täglichen Arbeit kaum Verwendung findet. Es ist wenig konkret und dennoch sind solche Papiere wichtig, um daraus konkretere Standpunkte abzuleiten. Oder auch Zustimmung für die eigene Arbeit zu finden.

In einem 2. Vortrag ging es um “Open Data. Warum eine Gesellschaft offene Daten braucht”. Daniel Dietrich spricht von einem Verteilungskampf des Gutes Wissen in der Wissensgesellschaft. Das führt zu künstlicher Verknappung in Form von Access, Services und Bandbreiten, DRM, Frequenzen und Copyright Lizenzen. Es liegt ein Interessenkonflikt vor zwischen der Privatwirtschaft, der Zivilgesellschaft und dem Staat. Daniel stellte sich den Staat als Service-Automat vor, auch wenn der Vergleich hinkt, da man bei einem Automaten weiß, was am Ende herauskommt. Dennoch, der Staat produziert Daten und es muss ihm geholfen werden, diese Daten öffentlich zu machen. Heute wäre es sehr leicht, diese durch Steuergelder mitfinanzierte Datenerhebung allen Bürgern zur Verfügung zu stellen. Daten könnten helfen ökonomische Innovationen voranzutreiben, ebenso wird der Staat transparenter werden könnte. Der Status Quo sieht jedoch anders aus. Trotzdem es immer mehr Daten gibt wird durch das Informationsfreiheitsgesetz der Zugang weniger geregelt als vielmehr verriegelt. Hinzu kommt, dass die Daten häufig nicht für die Veröffentlichung ausgelegt sind, weil sie in proprietären Dateistandards abgespeichert sind. Grundsätzlich gibt es jedoch eine Reihe an Hürden seitens des Staates, wie z.B. fehlende technische Expertise oder Angst vor Kontrollverlust.

Beispiele:

In der anschließenden Diskussion wurde problematisiert, dass der Staat häufig selbst kein Interesse hat transparent zu sein. Es wurde eingewand, dass es häufig keinen Widerspruch zwischen staatlichen Interessen und denen der Bürger gibt, sondern ein sich langsam wandelndes politisches Sytem etablieren könnte. Dem wurde jedoch widersprochen, weil der Staat in den letzten Jahren eher bewiesen hat, das Transparenz nicht sein Stärke ist. Die Frage, die sich stellt ist, wer von der Tranzparenz profitieren würde? Der Staat könnte profitieren, aber er müßte überzeugt werden. Wenn es DEN Staat überhaupt gibt. In Wirklichkeit konstituiert sich der Staat in Form von Parteien, die ihre Macht erhalten wollen.

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Worum gehts hier?

@gibro schreibt über den (bisher) schmalen Pfad an dem sich die analoge und die digitale Welt treffen. Welche Möglichkeiten sich daraus für die Bildungspraxis ergeben ist Inhalt dieses Blogs.

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