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Vorurteil E-learning

Vorurteil E-learning

E-learning

E-learning, den Begriff kann man meiner Meinung nach kaum noch benutzen ohne nicht direkt in die Fossilienecke derjenigen geschoben zu werden, die immer noch nicht kapiert haben, dass lernen mit dem Computer gescheitert ist. Das Wort ist voller Vorurteile und Unterstellungen. Ich finde auch, es macht nicht den Eindruck einer modern ausgerichteten Didaktik. Häufig wird E-learning mit toll gestalteten intelligenten Oberflächen assoziiert, die nur ein paar Techies bedienen können, sich aber nicht dem DAU (Dümmst anzunehmender User) erschließen. E-learning ist ambivalent und schon längst ist man über das eben beschriebene weit hinaus. Es gibt erfolgreiche Konzepte und schon längst hat es mit dem Zukauf hochpreisiger Internetplattformen nichts mehr zu tun.Read More

Ruhm und Ehre für Alle

Jeanpol schreibt in seinem Blog über eine mögliche intrinsische Motivation für das Lernen. Recht hat er, dennoch ergibt sich daraus ein kleines aber feines Problem.

“Wenn Menschen mit dir zusammenarbeiten, müssen sie belohnt werden. Sie müssen spüren, dass ihr Leben durch die Zusammenarbeit mit dir an Qualität gewinnt. Verschaffe ihnen also Aufmerksamkeit (informative Stimuli).”

Das funktioniert nur sehr gut bei Menschen, die selbst Aufmerksamkeit besitzen (so wie z.B. Jeanpol), alle anderen können eben diese informativen Stimuli nicht geben. Google ist dafür vielleicht ein gutes Beispiel: Teil ihrer Page Rank Strategie beruht darauf, die Webseiten als wichtiger einzuschätzen, auf die viele Links verweisen. Je mehr Links, desto mehr Aufmerksamkeit und noch mehr Links. Wenn solche sehr “wichtigen” Seiten im Netz zurücklinken, geben sie auch ein Stück ihrer Aufmerksamkeit weiter, dass kann eine eher unbekannte Seite bekannter machen, also ein informativer Stimuli, entscheident ist jedoch, dass Kategorien wie meist gelesen immer sich selbst bedienen und damit sehr selbstreferentiell sind. Radikal neues entsteht so nicht, es entstehen vielmehr Trampelpfade, die immer mehr zu Wegen ausgelatscht werden.

Spannender ist doch da das “OpenSource-Prinzip”: Nur Qualität setzt sich durch und erlangt Aufmerksamkeit und sonst nichts. Kommt es zu zwei vergleichbaren Vorschlägen, forkt das Projekt und es entstehen zwei nebeneinander. Nachteil hat die Community keine kritische Masse, bricht das Projekt mit seinen Maintainern zusammen.

@jeanpol: Ich habe diesen Beitrag geschrieben, um ein Stück deiner Aufmerksamkeit auch auf mein kleines unbedeutendes Blog zu lenken. Vielleicht gelingt es mir.

Demokratie lernen am Beispiel der US-Wahl

Demokratie lernen am Beispiel der US-Wahl

Eigentlich geht es bei unserem Lehrauftrag an der Uni Lüneburg um den Einsatz digitaler Medien im Unterricht, dennoch haben wir (Jöran und ich) nach einem Thema gesucht, um digitale Medien auch praktisch zu erleben. Zur Vorbereitung des Seminars diente den Pädagogik-Studentinnen in Lüneburg ein Wiki.

Für viele der Studenten war die Nutzung eines Wikis neu und ungewohnt, dennoch haben alle auch ohne die Erklärung das Medium schreibend nutzen können. In 5 Gruppen haben wir uns auf das Event gestern vorbereitet. Es entstand eine Blogger, eine Twitter und eine Youtube Gruppe darüber hinaus eine Gruppe, die uns mit Hintergrundinformationen versorgte und eine weitere, die die Medien des Wahlkampfs verglich sowohl aus Deutschland als auch aus USA.

Die dabei entstandene Öffentlichkeit kann sich sehen lassen. Viele der Studentinnen twittern auch ausserhalb des Seminars. Auf einen Artikel möchte ich besonders hinweisen, weil er mir sehr gut gefällt. Es geht um die Barack-Antowrt auf “We have a dream”.

Am Samstag, 8.11. wird das erlebte auf die pädagogische Praxis hin reflektiert. Vorher steht jedoch heute nachmittag noch ein Skype-Interview mit Markus Beckedahl

auf dem Programm. Thema: “Haben die digitalen Medien zu einer Demokratisierung beigetragen?” Wenn sie das in der Politik vermögen, sollte es ihnen in der Schule auch gelingen …

Die Zukunft liegt nicht im Holodeck

Ich bereite mich gerade wieder auf ein Seminar vor. “Leben in der Zukunft: Wie künstliche Intelligenz, Gentechnik und digitale Netze unseren Alltag verändern werden” Dabei wollen wir zum Ende des Seminars mit den Teilnehmerinnen Zukunftsszenarios beschreiben. Thomas Retzmann hat dazu eine sehr interessante Methode ins Netz gestellt: Die Szenario-Technik. Danke dafür. Eins ist jedoch unerläßlich, die Teilnehmer brauchen jede Menge Anregungen um möglichst detailierte Szenarios beschreiben zu können.

In diesem Zusammenhang beobachte ich einen interessanten Trend. Auch wenn die Science-Fiction Literatur die Zukunft in der Trennung von realer und virtueller Welt sieht, oder aber auch einen Trend zur fortschreitenden Virtualisierung. Deuten die bisherigen Entwicklungen in die entgegengesetzte Richtung. Nämlich die Integration des Internets in die reale Welt.

Auf der Techcrunch50 (Thomas Knüwer hat darüber in seinem Blog berichtet) hat im Bereich der Mobilen Anwendungen eine Präsentation für Aufsehen gesorgt: Tonchidot, ein Programm für das IPhone, dass durch eine Kamera vermittelt die Realität mit Kommentaren aus dem Internet anreichert, Kann man schlecht beschreiben, muss man sehen:

Ein anderes Beispiel, in dem deutlich wird, dass das Internet zunehmend eine embedded real world App wird ist Geocaching. Hier hat sich eine Community gefunden, die in ihrer Freizeit auf der Basis von Geokoordinaten Gegenstände findet und auf eine weltweite Reise schickt.

Ich denke, dass ist mit Abstand die interessanteste Entwicklung seid über die Zukunft des Internets nachgedacht wird. Ubiquitous Computing hat ein Ziel, die vollständige, unmerkliche Integration des Internets in die reale Welt.

Bisher denken alle im Web 3.0 sind verstehende Algorithmen entwickelt worden, nein, es wird die Zeit sein, in der wir nicht mehr vom Internet sprechen, es vielleicht schon vergessen haben, obwohl wir es täglich nutzen, so wie die Telefonleitungen…

Didaktik für Computeranfänger

Didaktik für Computeranfänger

Keyboard“Jeder muss heute mit dem Computer umgehen können” – So die These eines Seminars, das ich gerade in Hattingen begleite. Früher hieß der Titel “Keine Angst vor Computern” und sollte auch die Berührungsängste mit der neue digitalen Technologie thematisieren. DEN Computeranfänger gibt es aber nicht mehr, schon lange hat er/sie einen Computer zu Hause stehen, kann ihn aber nicht so richtig bedienen, bzw. sehnt sich nach dem Referenten, der in kurzer Zeit einen Fachmann aus ihm macht, damit man nicht ständig jemanden fragen muss. Aber genau das ist das Wesen des Computers, interaktiv werden, jemanden fragen, wenn man nicht weiter weiß, das passiert Geeks und Nerds genauso wie den Computeranfängern. Aber das Umgekehrte passiert: Wissen wird nicht ausgetauscht. Wie zur Säule erstarrt wartet man, dass das erschienene Dialogfenster, gleich einen Tipp für die richtige Anwort geben wird. Es wir gelesen und geschaut, aber nicht verstanden, wahrscheinlich weil Computeroberflächen doch nicht so intuitiv sind, wie man immer glaubt. Hätte es sie jedoch nie gegeben, hätte sich der Computer als Massenmedium sicherlich nicht durchgesetzt.Read More

Das Internet: Schrift- oder Bildmedium?

Am 26.07. hat die weltweit erste Twitterlesung in Berlin stattgefunden. Sehr unterhaltsam und Literatur war es auch. Jedenfalls im wikipedianischen Sinne, auch wenn die Kommentatoren des Zeit-Artikels zur Twitterlesung darüber streiten. Die von Twitterern geschriebenen Weisheiten, sind schon Stilblüten unter dem Web 2.0 Himmel. “Mit einer Schraube lebt es sich irgendwie lockerer” “Selbstzweifel ist immer gut, oder nicht?” Die Lesung wurde Live ins Internet gestreamt und ist jetzt bei Hobnox als Geschichtsstunde der Webkommunikation zu bestaunen.

Twitter, ein Netzwerk aus Schreibern, Querdenkern, Mitmachern. Wer nicht schreibt, den gibt es eigentlich in diesem SN (sozialen Netzwerk) auch nicht. Wenn ich mal 2 Wochen nicht schreibe, habe ich direkt 10 Follower (Menschen, die sich für meine Tweets (Kurzmitteilungen) interessieren) verloren. Die Digitale Boheme hat diesen Kommunikationsdienst schon für sich entdeckt, ich bezweifle jedoch, dass er sich jemals für die breite Masse eignet. Dafür ist Twitter

  1. instabil
  2. zu inside
  3. zu unzusammenhängend.

Twitter macht deutlich, dass die Frage, ob das Internet eher, wie das Fernsehn vornehmlich ein Bildmedium oder ein Schriftmedium ist, stark von seinen Nutzern abhängig ist. Wie kein anderes Medium gibt es so unterschiedliche Vorstellungen von seinem Gebrauch. Ein Schriftmedium bleibt es jedoch am Ende immer, weil der Code, auf dem es beruht immer Schrift ist. Jedes Bild, jedes Video wird im Netz zu Text entscheident ist die Blickrichtung:

  1. “Dau”
  2. “Nerd”
  3. “Blogger”
  4. “Twitterer”
  5. “Spiegel-Online-Leser”
  6. Rezipient
  7. Akteur

Pädagogen zum neuen Urheberrecht

Laut Schulen ans Netz e.V. sehen auch die Pädagogen in dem neuen Urheberecht viele Schwierigkeiten zukünftig auf Bildungsprozesse zukommen. Das kann man ja auch irgendwie nachvollziehen. Die Rechtslage ist in den meisten Fällen zwar eindeutig, würde man sich jedoch immer streng an die Regel halten wäre multimediale Bildung entweder nicht möglich, weil der Aufwand, die Erlaubnis der Rechteinhaber einzuholen zu groß ist oder weil es an dem nötigen Kleingeld fehlt um beispielsweise eine im TV aufgezeichnete Sendung im Unterricht zu zeigen. Die Auskünfte der Broadcasts sind da meist eindeutig: “Keine Aufführung im öffentlichen Raum!” Da bleibt ja dann nur noch das Schulbuch, die meisten sind aber nicht besonders gelungen und ausserdem gibt es meist auch noch andere Sachzwänge, die in Bildungsprozessen einen Medienwechsel erforderlich machen.
Ich hoffe und setze auf die Contentflatrate. D.h. einmal bezahlen und dann die Inhalte so nutzen zu dürfen, wie es die Situation erfordert.

Mitschrift: The One Best Way. Bildgebende Verfahren als Innovationsschub der Managementtheorie

  • Ziel: das Bildgebende Verfahren muss abstrahieren können, damit eine Verallgemeinerung möglich ist.
  • Bild wird damit zur Informationsfläche
  • Bildgebende Verfahren synchronisieren Zeit und Bewegung
  • Ökonomie hat nicht unbedingt eine innovationsfreundliches Umfeld
  • Kontrollkrise ab 1860. Es entstehen Corporationen. Also sehr komplexe Unternehmensgebilde. Damit gibt es einen großen Raum für Ineffizienz.
  • Neue Managementmethoden
  • Wissensentstehungsmethoden Bottomup, Topdown.
  • Scientific Management
  • Ausgangspunkt für den Einfluss bildgebender Verfahren auf das Management
  • Es gab kein Wissen darüber, was allgemein in einem Betrieb vorgeht.
  • Taylor will deshalb das Wissen in den Arbeitern sichtbar machen
  • Chronophotographische Methode um an das Wissen zu gelangen, dass unbewußt in den Arbeitern steckt
  • Anhand von Filmen werden Bewegungen optimiert, Maschinen ergonomisch umgestaltet, um den Produktionsprozess zu optimieren
    • Zergliederung von Bewegungsabläufen
    • Nicht nur Wissensproduktion, sondern auch Wissenverbreitung
    • Probleme auf der systemischen Ebene: Dem Arbeiter wurde sein Wissen entzogen, um anschließend auf der Basis von Bildern den neuen Arbeitsablauf näherzubringen. Darüber hinaus dienen dieselben Bilder aber auch dem vorkommen der Arbeitswissenschaften

      • Entpersonalisierung
    • Nichtintendierte Effekte, die dieses Verfahren mit sich bringt:
      • es gibt Wissensbereiche, die nicht sichtbar gemacht werden können und somit auch ausgeblendet werden.
      • nur dass, was in Normen eingebunden werden kann wird genutzt
    • Kontrollkrise -> Bildgebende Verfahren
      • Mittel zur Rationalisierung
      • Mittel der Wissenskommunikation