Bildung an der Schnittstelle Analog und Digital

Einträge mit dem Schlagwort Google

Cardboard und ihre Apps

CC by 3.0 DE by Guido Brombach

Seit einigen Wochen habe ich verschiedenste VR-Brillen ausprobiert. Der große Player Oculus Rift war nicht dabei, statt dessen Brillen aus der Cardboard Reihe. Mit Googles DIY-Bausatz kann man schon für ein paar Euros eine eigene VR-Brille bauen, die in Kombination mit einem Smartphone ein kleines App-Universum um sich herum entwickelt hat. Ich möchte euch meine bisherigen Erfahrungen schildern, lustige Apps empfehlen und Brillen zeigen, die für 6 Euro selbst ein Bildungs-Budget nicht sprengen werden. Weiterlesen »

Leben mit der Totalüberwachung

Das Ausmaß der Totalüberwachung habe ich bis heute nicht verstanden. Ja, was ich ins Internet stelle ist per default öffentlich, aber am Ende dann eben doch nur für ein paar Spähfanatiker zugänglich. Erst vor knapp einem Jahr habe ich dann angefangen mein Verhalten im Internet bewusst zu verändern: Weiterlesen »

Fever statt Google Reader

Nachdem Google gestern bekannt gab, den Reader aus dem Portfolio zu entfernen, habe ich kurzerhand mein Evernote aktiviert, weil erst vor kurzem Spiegel online eine selbstgehostete Alternative vorstellte. Fever heißt das gute Stück Software und soll mehr können als der Reader, der vor allem die gesammelten Feeds abfragt und die News verwaltet. Fever versucht sich darüber hinaus in der Bewertung der News und unterscheidet die relevanten von den nicht so wichtigen Nachrichten.

Die Installation von Fever ist nicht schwer. Auf der Webseite anmelden und ein zip mit insgesamt 4 Dateien runterladen. Im Gegensatz zu den vielen mächtigen php-Anwendungen war ich sehr überrascht, wie wenig Code es für einen Feedreader braucht. Die Installationsroutine entspricht dem Standard. Auf den Server laden, im Browser die URL bis zum hochgeladenen Ordner eingeben und die Daten für die Datenbank eintragen. Es wird nach dem Prüfen aller Serveranforderungen vor der Installation ein Aktivierungscode generiert, mit dem man Fever kaufen muss. 30$ sind nicht zuviel verlangt, wenn die Alternative künftig auf dem eigenen Server läuft. Auf der anderen Seite kann man sich nicht sicher sein, dass das Geld auch wirklich gut angelegt ist, aber das Risiko war es mir wert.

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Die Installation war inklusive der Bezahlung (geht nur mit paypal) in 3 Minuten erledigt. Da war ich schon sehr überrascht. Es hat wesentlich länger gedauert meine OPML Datei Google zu entlocken. Die OPML-Datei enthält alle meine Subscriptions, also meine abonnierten Feeds. Über Takeout kann man die zwar Downloaden, dabei werden aber auch eine Reihe anderer Dateien generiert, die für meine Zwecke nicht benötigt wurden.

Bei der Wahl von Fever war mir wichtig, dass ich die Feeds auch mit meinem iPhone und meinem iPad abfragen kann. Wie sich schnell recherchieren lässt, bietet Fever zumindest für Android und iOS den nötigen Support. Reeder als sehr bekannte RSS-App unterstützt bisher als einzige App Fever. Und soweit ich das nach einem Tag sagen kann funktioniert sehr gut. Ich habe heute noch einen Cronjob eingerichtet, der Fever alle 30 Minuten veranlasst die Feeds zu aktualisieren. Seitdem ist Reeder auch schneller geworden, weil die Daten jetzt nur noch von meinem Server geladen werden müssen und nicht auch noch eine Aktualisierung aller zur Zeit 131 Feeds vorgenommen werden muss. Ich habe also Feedler (iOS) durch Reeder (iOS) ersetzt und bin auch darüber nicht traurig.

20130317-085421.jpgAuch die mobile Webansicht ist nicht so übel, aber die Weiterleitung an Instapaper und Evernote funktioniert am besten über die App.

Die eigentliche Fever-Funktion, die Gewichtung von Informationen, nutze ich zur Zeit noch nicht, weil ich in den letzten Jahren immer nur so viele Feeds abonniert hatte, wie ich täglich bearbeiten konnte. Wenn ich jetzt durch die Priorisierung mehr Feeds verarbeiten kann, werde ich die Funktion sicherlich ausprobieren.

Selbstvermessung

Vermessungspunkt

Vermessungspunkt

CC by-nc-nd 2.0 by evilnick (flickr)

Das neue Jahr hat begonnen und der Blick zurück soll gleichzeitig eine Analyse meiner Aktivitäten im Internet bringen. Wenn ich schon soviele Daten in die Welt puste, sollen sie zumindest auch zur Erkenntnis meiner selbst dienen. Nutzende hinterlassen überall im Internet ihre Daten. Auf Webseiten, bei Facebook, Twitter, Foursquare und vielen mehr.

Der Titel des Beitrags entstammt einem Beitrag beim elektrischen Reporter. Über die Kommentare des Youtube Videos bin ich auf einen Artikel beim Spiegel zu diesem Thema gestoßen:Digitalisierung des Ich. Die dort beschriebene Selbstvermessung hat jedoch nicht so viel mit dem zu tun, wie ich den Begriff ausgelegt habe. Ich habe nur die Devices, mit denen Daten erhoben werden erweitert. Es ist nicht das Blutdruckmessgerät oder die Fettanalysewaage, sondern die Logfiles, die im weitesten Sinne durch die Nutzung digitaler Dienste anfallen.

Google weiss mit Sicherheit mehr über uns, als wir selbst. Das sich die Konzerne selbst um unsere Privatsphäre bemühen sollten steht wohl kaum in ihren AGBs. Warum auch, sie verdienen mit unseren Daten Geld, aber anders, als sich Tante Inge das vorstellt. Es geht natürlich nicht um meinen Datensatz, sondern um Millionen von Datensätzen, die miteinander in Beziehung gestellt werden. Was ich im Rahmen meiner persönlichen Jahresabschluss-Vermessung versuche ist ja das genaue Gegenteil: es geht nur um meine Daten und nicht die der aggregierten Masse.

Natürlich bieten uns die Dienste selbst kaum Möglichkeiten unser Daten auszuwerten. Allen voran Facebook, aber auch Twitter und Google geben nicht gerade freiwillig die gewollten Daten heraus und wenn dann nur häppchenweise. Bei Facebook ist fast unmöglich an die eigenen Daten zu kommen, zumimdest so, dass man sie jenseits eines pdfs in einer verarbeitbaren Form bekommt.

Beim lesen des Artikels kann man sich fragen, ob ich mich nicht schon längst von meiner Privatsphäre verabschiedet hätte. Bei den Auswertungen ist mir aber klar geworden, dass ich bei den meisten hier veröffentlichten Informationen eher eine Distanz zu meiner Person feststelle. Es sind Zahlen, die mich und mein Leben in 2011 quantitativ vermessen. Was hier nicht zu finden ist, ist eine qualitative Analyse für 2011. Wenn Jeff Jarvis behauptet, ins Internet gehören keine privaten Daten, dann würde ich ihm wiedersprechen. Weil es durchaus bei unterschiedlichen Datensätzen zu Korrelationen führen kann, die viel über mein “Privatleben” aussagen, wie die preisgekrönte Auswertung der Verbidungsdaten von Malte Spitz gezeigt haben.

Dennoch, was heiß hier Privat? Für mich ist es ein mich umgebender Raum, der durch das Internet zwar löchrig wird, aber immer noch von mir selbst definiert wird. Wo ich wohne ist seit ewigen Zeiten dem Telefonbuch zu entnehmen, wie es bei mir in der Wohnung aussieht, geht nur wenige etwas an. Privat sind auch meine Krankheiten, meine Familie und meine sexuellen Vorlieben. Dazu wird man im Internet bisher nichts finden. Daran wird auch die Auswertung meines Google Webprotokoll (noch) nichts ändern.

Kommen wir im Einzelnen zu den Daten, die ich ausgewertet habe:

Google Latitude

Entfernungen pro Monat laut Latitude

CC by 3.0 by gibro

Bei Google Latitude gibt es zwar ein Dashboard, das greift aber nur auf die Daten der letzen 30 Tage zurück. Es hat mich einen ganzen Abend gekostet manuell kml-Dateien der letzten 12 Monaten abzuspeichern. Danach lassen sich aber sehr schöne Ergebnisse erzielen:

Insgesamt habe ich in 2011 65.720 km zurückgelegt. Im März (Barcelona) und im September (Bregenz) habe ich die meisten Kilometer zurückgelegt.

Laut Dashboard der letzten 30 Tage war ich ca. 53% meiner Lebenszeit zu Hause, 47% der Zeit habe ich mit Arbeiten im weitesten Sinne verbracht. Davon ca. ein Drittel in meiner Arbeitsstelle in Hattingen und die anderen zwei Drittel unterwegs, jenseits von Hattingen. Mein Arbeitsplatz ist mobil geworden, seitdem ich mit Handy, Tablet und Laptop ausgestattet bin, sind die Anforderungen an die Arbeitsumgebung drastisch gesunken. Solange es warm und trocken ist und eine Internetverbindung zur Verfügung steht, steht einem produktivem Output nicht entgegen.

Wenn man alle kml-Dateien zu einem Film zusammenkopiert, sieht das so aus:

Google Suche

Google Webprotokoll für 2011

CC by 3.0 by gibro

Dann habe ich mir meine Web History angeschaut, die Google über mich speichert. Ich habe sie bewusst eingestellt, weil ich mir mehr von der Auswertung meiner Surfverhaltens versprochen habe. Der Download einer maschinenlesbaren Datei bleibt aus. Ich bin auf die Auswertungscharts von Google angewiesen. Ich erfahre, dass meine Lieblingssuche educamp und meine eigene Adresse ist. Kein Wunder, bei jeder google Maps Routenabfrage habe ich die eingegeben, nicht um zu schauen, wie schön ich wohne. Am liebsten suche ich kurz vor dem Mittagessen, am Nachmittag, kurz vor “Feierabend” und abends zwischen 22 und 23 Uhr. Wenn ich Urlaub mache, suche ich recht wenig bei Google. Leider alles keine Informationen, die mich mehr über mich selbst erfahren lassen.

Twitter

Tweets pro Monat 2011

CC by 3.0 by gibro

Bei Twitter gibt es zumindest eine gute API, so dass bei Einrichtung des richtigen Dienstes, bei mir ist das backupmytweets.com, die Daten in den gewünschten Formaten ausgespuckt werden. 2011 habe ich 2706 Tweets geschrieben, 264.419 Zeichen, bzw. 38038 Worte. Das macht 97 Zeichen bzw. 14 Worte pro Tweet im Durchschnitt. In allen Tweets bringe ich es insgesamt auf 1893 Replies und 1013 Links.

Oben sind die Tweets pro Monat zu sehen. Besonders hohe Werte gab es im Februar, März, April und November. Der erhöhte Twitterbedarf läßt sich mit besonderen Veranstaltungen erklären: Im Februar die #kasnetzkultur11 , eine Veranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung zu Netzkultur, im März #kbom11 (Keine Bildung ohne Medien) bzw. die spontane Ergänzungsveranstaltung #kmob11, im April die #rp11, die Republica 2011 und im November die #kasdk11, eine Veranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung zu digitaler Kultur. Wer jetzt meint, daraus ablesen zu können, dass ich ein großer Sympatisant der CDU wäre hat sich geirrt. Das bin ich keineswegs, aber wer glaubt schon, dass Daten allein etwas über einen Menschen und seine Privatsphäre aussagen.

Ich habe die Tweets auch mit Manyeyes.com ausgewertet:


Google Mail

Mails 2011

CC by 3.0 by gibro

Insgesamt sind 18.493 Mails in meinem Postfach eingetroffen. 2748 waren von Twitter, sie haben mich daran erinnert, wenn mich jemand erwähnt hat, mir eine DM geschrieben hat oder mir gefolgt ist.Später im Jahr wurde die Benachrichtigung für Retweets hinzugefügt. Die habe ich auch nicht abgestellt. 4291 Mails sind in meinem gesendet Ordner gelandet. 2350 Mails gingen an meinen Bildungswerksaccount oder wurde von diesem verschickt. Es handelt sich in der Regel um die interne Kommunikation mit dem DGB Bildungswerk.

Google Calendar

Ich frage mich, warum es keine Software gibt, um den eigenen Kalender auszuwerten. Was macht Google damit? Interessiert denn niemanden, wieviel Zeit man im Jahr wie verplant hat? Über Hinweise freue ich mich in den Kommentaren.

Warum es Google+ als Mainstream Network schwer haben wird

© google

Im Gegensatz zu den vielen Artikeln, die Google+ und seinen Ansatz für ein soziales Netzwerk schön reden, ihm sogar eine Konkurrenz zu Facebook aufschwatzen wäre ich nach allen bisherigen Versuchen (Orkut, Wave, Buzz) von Google in diesem Feld skeptisch. Klar wurde mir das aber erst nach dem Lesen der letzten Spiegel-Kolumne von Lobo. Weiterlesen »

Mit Google lernen

Screenshot von Googles News Timline vom 4/2010

Screenshot von Googles News Timline vom 4/2010Während Googles Suchalgorithmen immer stärker mit den Vorlieben der Nutzenden verwebt werden und über Sinn und Unsinn der Benennung “+1” diskutiert wird, entwickeln sich in den Tiefen von Googlelabs immer neue Formen, die indexierten Informationen aufzubereiten. Bei meiner heutigen Diigo-Surftour bin ich auf eine beeindruckende Sammlung von Googlediensten gestoßen. 3 davon, die sich mit der Aufbereitung von News befassen und zu denen mir sofort interessante Szenarien für den Seminareinsatz einfallen möchte ich hier vorstellen. Weiterlesen »

Wofür das ipad gut ist: Collaborativ an google docs arbeiten

Wofür das ipad gut ist: Collaborativ an google docs arbeiten

Googledocs im mobilen ModusWas lange unmöglich schien ist jetzt mit der iPad App Terra möglich. Bisher war an die Bearbeitung von Google Docs auf mobilen Endgeräten nicht zu denken, weil Weiterlesen »

Selbstkontrolle statt JmStV

Selbstkontrolle statt JmStV

Es geht um den geplanten Jugendmedienschutzstaatsvertrag. Demnach soll es für Webseiten Alterseignung geben, die dann mit entsprechenden Verfahren von den Eltern zu Hause umgesetzt werden können. Am 04.11. ist die Anhörung im Medienausschuss des Landtags in NRW. NRW scheint das einzige Bundesland zu sein, in dem eine Mehrheit gegen den Staatsvertrag organisiert werden kann. Wenn noch Argumente gesucht werden, hier wäre noch eins: Weiterlesen »

Der Fall Streetview: Sie sind sensibilisiert aber ahnungslos

Der Fall Streetview: Sie sind sensibilisiert aber ahnungslos

Streetview ParisNoch vor wenigen Jahren hätte die Streetview Geschichte kein Aufsehen erregt. Heute wird es zum Topthema für Medien und Politiker. Aber es wird leider nur die Ahnungslosigkeit der Bürger ausgenutzt um ein Topthema zu verkaufen.

Datenschutz war und ist schwere Kost, sie setzt voraus, dass man die Systeme versteht, in denen schützenswerte Daten anfallen. Und daran hat sich in den letzten Jahren nicht viel verändert. Der Unterschied besteht nur darin, Weiterlesen »

Buzz und der Google Reader

Buzz und der Google Reader

Jetzt auch noch Buzz. Wer einen Google Account hat kommt um die Aktivierung eigentlich nicht rum. Erster Reflex um sich nicht zu viel Arbeit zu machen ist die eh schon öffentlichen Tweets einzubinden. Nicht nur die, auch andere Feeds, die automatisiert in Buzz zu einem einzigen Feed verschmelzen könnten. Aber damit bläst man unter Umständen einen recht privaten Stream ins Netz ohne es zu wissen. Ich habe z.B. Buzzes zu familiären Fotos bekommen, die nach Picasa hochgeladen wurden, die man nie die Öffentlichkeit preisgeben wollte. Aber über das ungewöhnliche Privacy Verhältnis wurde und wird mehr als genug gebloggt. Was macht man also jetzt mit Buzz? Der Twittwoch hat versucht eine Antwort zu finden: Buzz ist anderes. Es ist auf keinen Fall friendfeed, auch nicht twitter. Wave schon gar nicht. Eher Frage – Antwort mit einer großen Portion local-based-service, zumindest, wenn man es vornehmlich mobil nutzt. Weiterlesen »

Google Projekt 10 ^ 100: Soziales Engagement trifft Überwachung

Google wird sozial:

Nach unserem Aufruf für das Projekt 10^100 im letzten Herbst haben Nutzer aus mehr als 170 Ländern teilgenommen und mehr als 150.000 (oder ca. 10^5,2) Ideen eingesandt. Die Vorschläge reichten von Investitionen auf breiter Basis bis hin zu hochspezifischen Konzepten in den Bereichen Technologie und Implementierung. Da zu bestimmten Themen viele ähnliche Ideen eingereicht wurden, haben wir uns entschieden, die innovativsten Aspekte verschiedener Ideen zu kombinieren, um so neue Ansätze für einige der größten Probleme zu entwickeln. Das Ergebnis ist die nachfolgende Liste der 16 großen Ideen, die alle von zahlreichen Ideen unserer Nutzer inspiriert sind. Wie versprochen sind diese Ideen dank ihrer kreativen Strategien in der Lage, die Welt ein wenig positiv zu verändern.

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Open Source und Web 2.0 zwei Seiten einer Medaillie

Als Gegenbewegung zur proprietären Softwareproduktion tritt die Open Source Bewegung ein viel größeres Veränderungspotential an, als es traditionelle Software jemals könnte. Die Idee Software nicht als Produkt sondern als Dienstleistung zu entwickeln klingt trivial hat aber Alles verändert. Beteiligungsorientierte Prozesse sind zwar sehr langwierig und verlangen andere Fähigkeiten von den Akteuren, wie zum Beispiel Verantwortung, Aktivität, intirisische Motivation für die Sache, altruistrisches Handeln. Aber eine riesige Zahl entsprechender Nutzer hat das Netz, die Gesellschaft und unser Aller Kommunikationsverhalten verändert und neu geprägt. Letztendlich ist alles immer auf ein und dasselbe Prinzip zurückzuführen, einfache Schnittstellen, die von den Akteuren selbst in die Hand genommen werden und in jedem Fall so verändert werden, wie ihre Macher es nicht wollten.

Ein Blick auf die großen vielversprechenden Web 2.0 Dienste macht deutlich, dass sich hier derselbe Enthusiasmus wiederfindet, wie sie schon durch das Newsnet, Mailinglisten und Sourceforge gegeistert ist. Jemand stellt eine Idee ins Netz und Andere greifen diese auf ohne dabei an Autorenrechte oder ähnliches zu denken, sondern der Problemlösung zu dienen. Mit dem einen Unterschied, das es nicht mehr die klassische und sehr reizvoll Bottom-Up-Philosophie ist, die die Gestaltung der neuen Dienste regiert, sondern bestenfalls der von Google hinterbliebene Leitgedanke „Don’t be evil“.

Vielen der wirklich erfolgreichen Unternehmen im Web 2.0 ist es gelungen, die alten guten Open Source Ideen ökonomisch zu wenden und eine neue Internetaera einzuleuten. Als wohl leuchtendes Beispiel kann in jedem Fall Google zitiert werden. Ihnen ist es gelungen keine Software, kein Produkt, sondern eine Dienstleistung unter das Internetvolk zu bringen. Sie selbst schreiben einen Code, der nur im Internt zu haben ist. Ein reiner Netzwerkdienst. Ohne Content und dennoch im Sinne der Open Source Philosophie niemals fertig. Immer gibt es etwas zu verbessern, ohne dass dafür neue Updates ausgeliefert werden müßten alles passiert und verändert sich, ohne dass der Nutzer es merkt. Was jedoch dem Web 2.0-Unternehmen zu gute zu halten ist, dass es den ewigen Monopolisten und Softwaregiganten Microsoft in seine Schranken verwiesen hat. Es gibt eine Konkurrenz, die die Open Source Gemeinde nur mit Mühe konstruieren konnte, in dem es Linux als Serverbetriebssystem lancierte. Jetzt ist auch der Riese gefordert sich zu positionieren und in gewisser Weise neu zu erfinden, was ihm schwer fallen dürfte, wenn er nicht seine traditionellen Ideen zu Softwareproduktion zugunsten einer netzwerkbasierten organischen Struktur aufgibt. Nur in diesem Segment hat MS bisher keine Marktanteile und das große Interesse an Yahoo macht deutlich, wohin die Reise gehen könnte.

Da wo Web 2.0 am ehesten noch auf Open Source trifft ist die Wikipedia angesiedelt. Hier ist die Welt noch in Ordnung. Ökonomische Interessen sind untergeordnet, dafür sorgt ein Verein. Es gibt gemeinsame Ziele, die allerdings nicht wie bei einem börsennotierten Unternehmen den Quartalszahlen untergeordnet sind, sondern den Diskussionen und dem Mitbestimmungsprozess der Community.

Dennoch der Geist zu veröffentlichen und zu verteilen, der im Web 2.0 die wohl massenhafteste Erscheinung ist, wohnte schon immer dem Open Source Gedanken inne. Teile, was dir nicht gehören kann. Es geht um das gemeinsame Nutzen von Ressourcen, die ob von einem Unternehmen oder einem gemeinnützigen Verein zur Verfügung gestellt, von den Nutzer angenommen wird. Es hat sich im Netz eine Kultur des Teilens und Mixens gebildet, die weit über die Early Adopters hinausgeht und den DAU erreicht hat. Auch er läd Videos nach Youtube und wieder zurück, tauscht sie mit Freunden oder stellt eigene Videos ein und wird damit Teil der großen tauschenden Gemeinde, die man Open Source Community nennt.

Worum gehts hier?

@gibro schreibt über den (bisher) schmalen Pfad an dem sich die analoge und die digitale Welt treffen. Welche Möglichkeiten sich daraus für die Bildungspraxis ergeben ist Inhalt dieses Blogs.

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